Dem materiellen Chaos Herr werden (inkl. Worksheet)

Ausmisten

Dieses Wochenende steht bei mir ganz im Zeichen der Entrümpelung. Ich habe eine Box mit 15 Büchern, DVDs und CDs gepackt, die ich zu Momox schicken werde und weitere Bücher ausgesucht, die ich zum Bücherschrank bringen werde, damit Leute sich die kostenlos mitnehmen können. Ich habe alte Handtücher und Klamotten aussortiert und Zeitschriften weg geschmissen. Und das ist erst der Anfang.

Es ist faszinierend und erschreckend zugleich, wie viel Zeug sich in ein paar Jahren ansammelt und wie wenig man davon tatsächlich braucht. Wobei man, wenn man den Begriff „brauchen“ ganz streng sieht, auch gleich 90% seiner Besitztümer weg schmeißen könnte. Doch an vielen Dingen halten wir nur fest, weil wir emotionale Verbindungen zu ihnen haben. Wir benutzen sie eigentlich gar nicht mehr, doch jedes Mal, wenn wir darüber nachdenken, sie weg zu geben, bekommen wir ein schlechtes Gewissen. Am Ende stehen sie aber doch nur in der Ecke und setzen Staub an.

Meistens handelt es sich dabei um Geschenke oder wir verbinden diese Dinge mit bestimmten Ereignissen in unserem Leben. Natürlich ist es schön, etwas in die Hand zu nehmen und sich an etwas besonderes zu erinnern, doch manchmal sollte man sich auch die folgende Frage stellen:

Ist meine Erinnerung weniger wert, wenn ich dieses Ding weg gebe?

In letzter Zeit habe ich mich auch vermehrt gefragt, ob ich manche Dinge nur behalte, weil sie zur Gewohnheit geworden sind. Sie waren einfach schon immer da, haben sich dadurch nahtlos in das Bild meiner Wohnung eingefügt. Deshalb habe ich sie nie hinterfragt. Und oft ist da dieser trügerische Gedanke, dass ich sie irgendwann nochmal gebrauchen könnte. Das ist in den meisten Fällen ein Irrtum. Viele Dinge haben nach einer gewissen Zeit ihren Zweck bei uns erfüllt. Sie darüber hinaus noch zu behalten, bedeutet nur weiteren Ballast – emotional und räumlich.

Vor allem bei Büchern fiel es mir immer schwer einen Schlussstrich zu ziehen. Ich lese unglaublich gerne und ich liebe es, Bücher zu besitzen – mich einfach tagtäglich mit ihnen zu umgeben. Aber es gibt immer Bücher, die einem weniger gefallen als andere. Warum sollte ich sie noch länger behalten, wenn ich sie nicht mehr lese? Nur um ein volles Bücherregal zu haben? Dabei gibt es mit Sicherheit andere Menschen, die sie mehr wertschätzen würden als ich.

Das gleiche gilt für diese eine Hose, die jede Frau nur deswegen im Kleiderschrank hat, weil sie glaubt, dass sie irgendwann wieder passt. Vielleicht passt sie irgendwann tatsächlich wieder, aber das muss nicht heißen, dass sie deshalb jahrelang im Schrank liegen und einem womöglich noch ein schlechtes Gewissen machen sollte. Wir wissen nur, was im Jetzt passiert und was uns im Jetzt nicht glücklich macht, sollte einfach gehen.

Das 7-Fragen-Worksheet

Im Zuge meiner Aufräum-Wut, die mich die Tage ergriffen hat, habe ich ein kleines Worksheet mit Fragen zusammengestellt, die mir dabei helfen, wenn ich Dinge aussortiere. Sie helfen dabei, jeden Gegenstand, bei dem man sich unsicher ist, besser einordnen zu können. Und obwohl es sich um scheinbar einfache Ja-Nein-Fragen handelt, haben sie zumindest bei mir viele Denkprozesse angeregt, wenn es um die Dinge geht, mit denen ich mich tagtäglich umgeben möchte.

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Die Art, wie ich jetzt an dieses Thema herangehe, ist sehr durch die Methode von Marie Kondo inspiriert, wenn auch nicht ganz so strikt. Sie fragt sich stets: „Does it spark joy?“ („Löst es ein Glücksgefühl aus?„). Daran lehnt sich auch die erste Frage auf dem Worksheet an.

Niemand tickt gleich

Im Grunde ist es aber so: Manche Menschen können nur mit wenig Dingen um sich herum leben, weil alles andere sie ablenkt und wieder andere lieben es, sich mit ein bisschen Schnickschnack zu umgeben. Ich gehöre eindeutig in die letzte Gruppe. Am Ende muss natürlich jeder selbst wissen, womit er sich umgibt. Es gibt meiner Meinung nach keine Methode zur Entrümpelung, die bei allen Menschen gleich funktioniert, weil jeder für sich andere Schwerpunkte im Leben setzt.

Ich selbst habe nach jeder Aufräumaktion das Gefühl, wieder ein bisschen besser atmen zu können und mehr Klarheit zu haben. Bis die nächste Session vor der Tür steht.

 

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