Bin ich ein Blogger?

Blogger

Ich erinnere mich noch an die Zeit – vor mittlerweile vielen, vielen Jahren – als es diese ganze Social-Media- und Influencer-Welt noch nicht gab. Und damit meine ich nicht die Zeit, als das ganze gerade irgendwie anfing, sondern als dieses Feld noch nicht existent war. Meinen ersten Blog habe ich vor über 10 Jahren geschrieben. Er war, wie dieser hier, sehr persönlich geprägt. Dabei ging es mir nicht darum, bekannt zu werden oder damit Geld zu verdienen. Ich habe es gemacht, weil es mir Spaß gemacht hat. Genau so ging es mit dem Youtube-Channel, den ich mehrere Jahre lang hatte.

Überhaupt haben die Leute, die in dieser Zeit damit angefangen haben, es eigentlich nur gemacht, weil es um den Spaß ging. Im Laufe der Jahre ist daraus die Industrie geworden, die wir heute nur zu gut kennen. Und ich frage mich, wie die Leute, die damals mit mir aus Spaß angefangen haben, es geschafft haben, daraus einen Beruf zu machen, ohne die Freude daran zu verlieren.

Für manche war es wahrscheinlich das Beste, was ihnen passieren konnte – mit ihrem Hobby Geld verdienen. Bei anderen wiederum hat das Aufkommen von Algorithmen, Rankings und Analytics dieses kleine Flämmchen, das in ihnen für dieses Hobby brannte, zum erlöschen gebracht. Alles wurde viel systematischer und ich bewundere die Leute, die damit ihren Alltag bestreiten können. Oft steckt weitaus mehr Arbeit dahinter, als unsereiner ahnt. Wir sehen schließlich nur die Highlights.

Einfach nicht meine Welt

Nur habe ich für mich schnell gemerkt, dass diese Welt in der Form nichts für mich ist. Ich bin ein schlechter Instagrammer und obwohl ich immer irgendwie und irgendwo gebloggt habe (Xanga anyone??), habe ich nie Maßnahmen ergriffen, um das Ganze wirklich zu professionalisieren. Ich hatte nie einen genauen Zeitplan dafür, wann ich etwas hochlade und auch Bilder haben für mich immer eher eine Nebenrolle gespielt. Dabei kann man ihnen in der Bloggerwelt anscheinend gar nicht genug Aufmerksamkeit schenken.

Mir ging es immer nur darum, zu schreiben und zu teilen, was in mir vorgeht. Deshalb konnte ich auch nie dauerhaft einem Zeitplan folgen: ich kann nur dann etwas schreiben, wenn mir auch danach ist. Ich will mir nichts aus dem Ärmel schütteln, nur um irgendwas zu haben, das am Ende für mich keine Bedeutung hat. Ja, ich kümmere mich immer darum, dass am Anfang eines jeden Beitrags ein einigermaßen ansehnliches Bild ist, aber auch nur weil ich sonst selber finde, dass es beschissen und lieblos aussieht. Außerdem kann ein passendes Bild den Einstieg in einen Text ungemein erleichtern.

Am wichtigsten war mir aber immer, einfach das zu sagen, was ich sagen wollte. Unabhängig davon, ob das Thema gerade hip ist, oder ob es mich persönlich gerade besonders beschäftigt. Ich unterstelle jetzt nicht sämtlichen Bloggern, dass sie unpersönliche Maschinen sind, aber es ist nunmal so, dass es für einige ein Beruf ist und ein Beruf erfordert Disziplin und das heißt auch, dass man hin und wieder Dinge tun muss, die einem nicht gefallen, die aber dem großen Ganzen helfen.

Es gibt auch viele Blogger oder Social-Media-Persönlichkeiten, die ich sehr gerne verfolge,weil sie mich inspirieren, aber am Ende habe ich mich dieser Welt nie zugehörig gefühlt. Obwohl das hier ein Blog ist, sehe ich mich halt nicht als Blogger. Deshalb hatte ich auch solche Probleme, als ich meine Facebook-Seite gemacht habe und aussuchen musste, „was ich bin“. Am Ende habe ich mich zwar für „Blogger/in“ entschieden, aber nur, weil ich dort im Grunde zwischen Pest und Cholera wählen durfte.

Ich tippe, also bin ich?

Schlussendlich kann man wie beim Yoga argumentieren: Wenn man Yoga macht, egal wie oft und wie intensiv, dann ist man ein Yogi. Wenn man einen Blog schreibt, egal wie (un)regelmäßig und (un)professionell, dann ist man ein Blogger. Nur sehe ich mich da trotzdem nicht. Ich fühle mich aber auch nicht als Schriftstellerin. Als Autorin vielleicht? Gibt es da überhaupt einen Unterschied?

Vielleicht bin ich, so kitschig das auch klingen mag, ganz einfach nur eine Schülerin des Lebens. Ich mache ständig neue Erfahrungen, lerne aus ihnen und gebe das ganze weiter. Aber um ehrlich zu sein, fühle ich mich am wohlsten, wenn ich in gar keiner Schublade stecke. Denn nur dann kann ich wirklich machen, was ich will und wann ich will – und das tue ich gerade.

Wie füllt man einen Sonntag?

Sonntag

Ist der Sonntag nicht ein komischer Tag? Ja, er gehört zum Wochenende dazu, aber irgendwie hängt man mit seinen Gedanken meistens schon beim Montag. Das verpasst dem Wochenend-Gefühl einen ziemlich gemeinen Dämpfer. Dazu kommt dann noch die Tatsache, dass der Sonntag einen augenscheinlich zum Nichtstun verdammt: Die Geschäfte haben geschlossen. Die öffentlichen Verkehrsmittel fahren meistens auch nicht so ideal, wie unter der Woche (aber wo will man auch hin, wenn nichts auf hat?) und überhaupt ist der ganze Tag häufig von dieser merkwürdigen Aura umgeben:

Man macht kaum was und trotzdem ist der Sonntag schneller vorbei als man gucken kann. Das war’s dann schon wieder mit dem Wochenende.

Obwohl ich persönlich das Nichtstun ja gerne als Hobby bezeichne, kann selbst ich nicht nur den ganzen Tag abhängen und in die Röhre gucken. Im Idealfall versuche ich mit dem, was möglich ist, das Beste aus diesem Tag zu machen:

Zum Pflanzencenter fahren. Ich weiß nicht, wer sich das ausgedacht hat, dass einige große Pflanzencenter Sonntags geöffnet haben, aber diese Person hat einen Orden verdient. Für mich ist das dort gefährlicher als bei IKEA. Ich liebe es, durch die großen Hallen zu spazieren und mir all die schönen Pflanzen anzusehen, neue Kräuter für meinen Fenstersims auszusuchen und mich danach zu Hause mit einem neuen Stück Natur zu umgeben. Für mich ist das zweifellos einer der Höhepunkte eines perfekten Sonntags.

Spazieren gehen. Wenn ich nicht mein Geld im Pflanzencenter auf dem Kopf haue, nutze ich die freien Stunden auch gerne, um an die frische Luft zu gehen (soll ja angeblich gesund sein, ne?). Selbst wenn es nur für eine halbe Stunde ist. Entweder nehme ich die Hunde mit ins Feld, wenn ich bei meinen Eltern bin, oder ich suche mir einen spannenden Podcast raus und mache einen Zug durch die Gemeinde. Vor allem, wenn sich innerhalb der Woche viele Gedanken angesammlt haben, ist das für mich eine gute Möglichkeit, um den Kopf wieder frei zu kriegen.

Kochen. Letztes Jahr habe ich mir einen Slow Cooker gegönnt. Dieses Ding ist der Wahnsinn und das Essen damit ein Gedicht! Mit einem Nachteil: Die Gerichte darin brauchen alle etwas länger – länger im Sinne von: 3-6 Stunden. Deshalb ist der Sonntag der perfekte Tag, um Gerichte zu kochen, für die ich unter der Woche keine Zeit habe. Dazu gehören gerade in der kalten Jahreszeit Eintöpfe und herzhafte Currys. Und das beste daran: Ich habe gleich für mehrere Tage vorgesorgt.

Schreiben. Mittlerweile habe ich eine mehr oder weniger erfolgreiche Routine entwickelt, was das Schreiben von kleinen Texten für diesen Blog angeht. Häufig setze ich mich Abends nach der Arbeit noch hin und schreibe, aber an sich ist der Sonntag der perfekte Tag dafür: Keine Verpflichtungen, keine Termine und viel Zeit, die gefüllt werden muss. Wenn ich in den Tagen davor Notizen mit Ideen gesammelt habe, können die nun endlich niedergeschrieben werden. Oder ich folge einer spontanen Eingebung, so wie heute.

Aufräumen/Ausmisten. Obwohl ich natürlich nichts gegen eine saubere, aufgeräumte Wohnung habe, tendiere ich sehr häufig dazu, sie mit als erstes zu vernachlässigen, wenn ich mich ein bisschen ausgebrannt fühle. Da muss irgendwann nachgeholt werden. Weil mir der Sonntag genug Zeit und Muße gibt, eignet er sich nicht nur perfekt zum Putzen, sondern vor allem auch dazu, endlich mal durch die Schränke und Regale zu wühlen und all das Zeug auszusortieren, das ich nicht mehr brauche. Clear space, clear mind.

Yoga/Sport. Im Januar habe ich die 30-Tage-Yoga-Challenge von Yoga mit Adriene gemacht. Sie gibt mir jedes Mal die Möglichkeit, positiv in das neue Jahr zu starten. Überhaupt ist Yoga für mich neben Pilates eine ieale Art der Bewegung  ohne lästiges Herumhüpfen und an einem schönen Sonntagvormittag kann ich mir dafür auch ordentlich Zeit nehmen. Da werden es statt den üblichen 30-40 Minuten gerne 60 und mehr.

Museen/Kultur. Ich bin ja schon ein kleiner Museumsfutzi. Vor allem, wenn es um Kunstmuseen geht und wenn die Besichtigung einer Burg oder eines Schlosses ansteht, bin ich direkt in der ersten Reihe. Und wann macht man sowas schon, wenn nicht an einem Sonntag?

Während ich diese kleine Liste geschrieben habe, ist mir eine Sache über diesen Wochentag bewusst geworden: Wenn uns der Sonntag eines gibt, dann ist es Zeit. In einem meiner letzten Beiträge habe ich über die Wichtigkeit von Zeit gesprochen und wie oft wir sie vertrödeln. Gerade der Sonntag wird zumindest bei mir allzu oft verschwendet, gerade weil er mir so viel Zeit gibt.

Die Aktivitäten, die ich aufgelistet habe, sind weiß Gott nichts neues. Ich hatte nicht vor, das Rad der Sonntags-Aktivitäten neu zu erfinden, doch manchmal hilft es schon, sich die ganz einfachen Dinge ins Leben zu rufen, die man machen kann, bevor man sich schon wieder einen ganzen Tag der vermeintlichen Langeweile hingibt. Denn mal ehrlich: selbst wenn man nur 2 oder sogar 3 von diesen Dingen schafft, ist der Tag doch gar nicht mal so übel, oder?

Anfang des Jahres konnte ich mich mit dem Sonntag ja noch nicht besonders anfreunden. Aber ich glaube, ich bin damit auf dem Weg Besserung – auch ohne Jahresvorsätze.

Ein Plädoyer für mehr Lesen

Bücher2

Ich liebe Bücher. Ich habe sie schon als Kind geliebt und ich werde sie auch immer lieben. Zwischendurch gab es Phasen, in denen ich weniger gelesen habe, doch vor allem in den letzten zwei Jahren habe ich mich wieder mehr darum bemüht, wieder regelmäßig zu lesen. Regelmäßig bedeutet für mich, dass ich jeden Abend versuche, wenigstens noch 20 Seiten zu lesen.

Das ist für mich die perfekte Art, um vor dem Schlafengehen ohne Bildschirme zu entspannen. Ich freue mich jeden Tag aufs neue, wenn ich es mir am Abend wieder im Bett mit meinen Büchern gemütlich machen kann. Den Plural benutze ich hier bewusst, da ich immer mehrere Bücher parallel lese.  Was soll ich sagen? Ich kann ich mich einfach nie lange auf eine Sache konzentrieren. Es fällt mir schwer, 100 Seiten am Stück im gleichen Buch zu lesen, sodass ich immer je nach Stimmung zwischen den unterschiedlichen Büchern, die gerade auf meinem „to read“-Stapel liegen, hin und her wechsle. Meist sind das 3-4 gleichzeitig.

Die pseudo-intellektuelle Leseratte

Dabei habe ich lange dem Irrglauben unterlegen, dass die Bücher, die ich lese „intellektuell“ sein müssen. Vor allem in der Oberstufe hatte ich eine Phase,in der ich fasst nur Klassiker gelesen habe. So habe ich ein paar meiner Lieblingsbücher kennengelernt und viele andere Werke missachtet, die es genau so wert gewesen wären, gelesen zu werden. Selbst heute noch bin ich sehr vorsichtig, was das Erkunden neuer Genres angeht.

Wenn man mein Bücherregal durchsieht, erkennt man recht schnell ein Muster: Historische Romane, Biographien/Geschichte, Klassiker, Selbstfindung/Persönlichkeitsentwicklung/Inspiration, Reisen/Berge. Das sind die Themen, die mich in den letzten 2 Jahren am meisten beschäftigt haben. Schnulzen oder Thriller sucht man da beinahe vergeblich. Natürlich gibt es auch in diesen Kategorien Bücher, die ich mögen würde – sie interessieren mich nur einfach nicht.

Ich renne auch nicht gerne jedem Hype hinterher. Nachdem ich lange das Gefühl hatte, nur bestimmte Bücher lesen zu dürfen, weil sie in meinem Regal gut aussehen und mich schlau wirken lassen, bin ich endlich an dem Punkt angekommen, an dem ich nur noch das lese, was mich interessiert. Unabhängig davon, ob es gerade im Trend ist, oder nicht.

Allerdings habe ich noch immer ein Problem damit, Bücher, die mir nicht gefallen, einfach abzubrechen, aber warum sollte ich meine Zeit mit etwas verschwenden, das mir keine Freude bereitet? Schließlich bekomme ich diese Zeit nicht zurück. Ich möchte insgesamt mehr Dinge tun, die gut für mich sind und dazu gehört auch, mich mit Lesefutter zu umgeben, das ich mag und das mir auch nach dem ersten Lesen noch einen Mehrwert bietet. Deshalb habe ich vor ein paar Monaten damit angefangen, Bücher, die ihren Zweck bei mir erfüllt haben, in den Bücherschrank bei mir in der Nähe zu stellen.

Mehr Lesen, weniger Konsumieren

Ich glaube, dass es uns allen gut tun würde, mehr zu lesen – abseits von irgendwelchen flimmernden Screens. Bücher regen unsere Fantasie und unser Gehirn auf eine Art und Weise an, wie es eine Serie oder ein Film niemals könnten. Wer hat nicht diese eine Buchverfilmung, die einen so unglaublich enttäuscht hat, weil sie so anders war als man es sich in seinem Kopf vorgestellt hat? Meine größte Enttäuschung war bisher „The Picture of Dorian Gray“ mit Colin Firth. Ich liebe Colin Firth und ich vergöttere das Buch, aber der Film war absoluter Mist. Ich hätte im Kino am liebsten geheult.

Es ist schade, dass die Magie von Büchern in den letzten Jahren durch den Aufstieg von Social Media und dem digitaln Leben derart in den Hintergrund gerückt ist. Lieber vergraben wir unsere Nasen stundenlang in irgendwelchen Instagram-Feeds, als ein Buch zur Hand zu nehmen. Ja, es ist mehr Arbeit, als sich einfach nur mit irgendwelchem meist sinnlosen Content berieseln zu lassen, aber ich für meinen Teil bekomme dafür auch viel mehr zurück.

Je nachdem, was ich lese und wonach mir der Sinn steht, reise ich in entfernte Länder, lerne etwas neues über mich und die Welt oder schwelge im Glanz vergangener Zeiten. Ich erlebe Abenteuer, verliebe mich unsterblich (natürlich in Mr. Darcy) oder verkrieche mich vor lauter Gruseln bis zur Nase unter meiner Bettdecke. Ich lache, leide und fiebere mit meinen Helden – bis ich mit Entsetzen feststellen muss, dass ich nur noch wenige Seiten vor mir habe. Und das alles in der gleichen Zeit, in der ich sonst gelangweilt durch mein Smartphone gescrollt hätte.

Was ich dieses Jahr alles lese

Um dem Thema wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken, habe ich heute eine neue Seite auf diesem Blog angelegt. Darauf teile ich mit euch, was ich dieses Jahr alles lese. Da ich ein sehr langsamer Leser bin, wird sie nicht jede Woche aktualisiert, aber jedes Mal, wenn ich ein Buch beendet habe, werde ich es dort auflisten. Ein paar Werke stehen dort schon, obwohl ich ein paar schon 2017 angefangen und teilweise über mehrere Monate hinweg gelesen habe. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, gell?

Für Buchempfehlungen bin ich jederzeit zu haben. Also, immer her damit!

Die wertvollste Ressource der Welt

Zeit

Das Thema Geld ist überall – egal, ob man es hat oder nicht. Oft sind wir damit knauserig. Ich kann mich beispielsweise noch gut an mein Studium erinnern, als ich sämtliche Ausgaben und Einnahmen aufgeschrieben habe, um den Überblick über mein Geld zu behalten. Und nicht selten habe ich überlegt, ob ich mir das Kino oder den Restaurantbesuch wirklich leisten kann.

Geld ist also nicht nur überall, sondern es ist auch noch extrem wichtig. Ohne Geld haben wir kein Dach über dem Kopf und können uns nichts zu Essen leisten. Kein Urlaub, keine neue Kleidung, nix. Trotzdem gibt es für mich noch etwas, das in den letzten Monaten viel, viel wichtiger geworden ist: Zeit. Denn während wir Geld durch Arbeit und Sparen vermehren können, wird die Zeit, die wir auf dieser Erde haben immer weniger.  Wir wissen noch nichtmal, wie viel wir am Ende überhaupt von ihr haben. Trotzdem gehen wir mit ihr um, als wäre sie grenzenloses Gut.

All die Stunden, die wir mit dem Binge-Watching irgendwelcher Serien verbringen oder damit, uns vor den Sachen zu drücken, die wir eigentlich machen sollten… all das ist wertvolle Zeit, die nahezu ungenutzt verstreicht und nicht wieder zurückkommt. Ich selbst bin oft recht wahllos, wenn es darum geht, wie ich mir meine Tage einteile. Dann nehme ich mir zwar oft Dinge vor, die ich tun will, aber am Ende versacke doch vor dem Fernseher oder in einem der zahlreichen Wurmlöcher auf Youtube. Am Ende des Tages habe ich nichts gemacht, außer mich berieseln zu lassen.

Wertvolles Potenzial wird einfach verschenkt

Ich glaube nicht, dass man seinen Tag mit sämtlichen Kunstgriffen aus der Effizienz-Trickkiste feintunen muss, nur damit am Ende auch wirklich jede Minute sinnvoll genutzt sind. Mir persönlich sind solche Pausen, in denen ich nichts tue, auch mehr als willkommen. Wenn ich den ganzen Tag über meiner Arbeit gebrütet habe, will halt einfach nichts mehr machen, das mich mental anstrengt. Nur nehmen diese „kleinen Pausen“ schnell Überhand. Statt zu schreiben oder etwas anderes kreatives zu machen, gebe ich mich dann komplett dem Konsum hin.

In diese Falle bin ich besonders gerne während des Studiums getappt, als ich noch mehr Zeit hatte. Nur ist es mir damals nie wirklich aufgefallen. Jetzt, mit einem Vollzeitjob, ist mir erst bewusst geworden, wie wenig freie Zeit mir eigentlich zur Verfügung steht, um mir die Träume und Ziele zu erfüllen, die ich abseits meines Jobs habe. Muss ich während meines Feierabends wirklich 3 Folgen einer Serie schauen? Oder reicht es auch, wenn ich mal nur eine Folge gucke?

Wir tauschen langfristiges Glück gegen kurzfristiges Vergnügen

Es ist natürlich immer die einfachere Wahl, den Konsum zu wählen und sich stundenlang einfach nur berieseln zu lassen, statt aktiv zu werden. Doch fühlen wir uns danach wirklich besser? Ich muss zugeben, dass ich es manchmal schon bereue, wenn ich Sonntagabends ins Bett gehe mit dem Wissen, dass ich nichts geschafft habe, außer eine ganze Staffel Gilmore Girls zu gucken – was sicher auch irgendwo beeindruckend ist. Aber war das wirklich die ganze Zeit wert, die ich dafür hergegeben habe?

Wäre es schlimm gewesen, wenn ich zumindest 2 Stunden freigeschaufelt hätte, um spazieren zu gehen oder wenigstens etwas zu lesen? Gerade nach einem langen Tag auf der Arbeit fällt es mir sehr leicht, mich direkt in meinen Pyjama zu schmeißen und den Rest des Abends an mir vorbeiziehen zu lassen. Auch diese Blogposts, die mir eigentlich Spaß machen und mir dabei helfen, das Chaos in meinem Kopf zu ordnen, erfordern eine gewisse Anstrengung und Mühe.

Es war ja schon Arbeit, den Fernseher nach einer Folge Suits abzustellen, um diesen Beitrag hier zu schreiben.

Schlussendlich sieht es jedoch so aus: Jeder Mensch auf diesem Planeten hat 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Der einzige Unterschied zwischen den Menschen, die Erfolg (welcher Art auch immer) und Erfüllung verspüren und dem Rest, der sich zwar das gleiche wünscht, aber nichts dafür tut, ist die Art wie er diese 24 Stunden nutzt.

Der erste Schritt in die richtige Richtung besteht darin, wirklich zu erkennen, wie man seine Zeit verbringt. Worin investieren wir besonders viel Zeit? Macht uns das langfristig glücklich? Und was würden wir gerne mehr in unser Leben integrieren? Allein indem wir damit anfangen, über diese Fragen nachzudenken und uns ernsthaft mit ihnen auseinander zu setzen, fördern wir einen bewussteren Umgang mit der wichtigsten Ressource der Welt.

Der (un)konventionelle Lebensweg

konventionell

Wenn man die Deutschen danach fragt, was der ideale Karriereverlauf ist, dann antworten die meisten vermutlich mit dieser Reihenfolge:

  1. Schule
  2. Studium oder Ausbildung
  3. Jobeinstieg in dem Bereich, in dem man ausgebildet wurde
  4. In der ersten Firma so lange wie möglich bleiben – im besten Fall bis zur Rente

Dieser Weg ist zweifellos der einfachste und komfortabelste. Doch meiner Meinung nach muss er nicht zwangsläufig auch der beste sein. Gerade heutzutage, wo auch junge Leute sich vermehrt mit dem Thema Selbstständigkeit beschäftigen oder nach anderen Alternativen zur Einkommensbeschaffung suchen, ist der konventionelle Weg nicht nur unattraktiver, sondern auch weniger praktikabel geworden.

Abgesehen davon wird immer mehr Menschen bewusst, wie schnelllebig unser Leben und damit auch unsere Karrieren verlaufen können. Man muss nicht bis zur Rente in ein und derselben Firma bleiben und nur weil man etwas studiert hat, heißt das noch lange nicht, dass man in diesem Feld später tatsächlich arbeiten wird. Der Fokus wird dadurch zunehmend auf das Sammeln von unterschiedlichen Erfahrungen gelegt und darauf, seinem Leben einen Sinn zu geben, der aus mehr besteht, als einfach nur Geld für den nächsten Urlaub zu verdienen. Frei nach dem Motto:

Selbstverwirklichung statt Sicherheit/Beständigkeit

Obwohl ich bisher viel Glück hatte, was meine Karriere angeht, würde ich nicht sagen, dass ich bisher eine Standard-Karriere gemacht habe (wenn es so was überhaupt noch gibt). Nach dem Abitur habe ich mich gegen ein Studium oder eine Ausbildung in einem „krisensicheren Feld“ entschieden. Stattdessen habe ich Asienwissenschaften studiert. Auf die bange Frage von Angehörigen und Bekannten hin, was man damit macht, habe ich immer gesagt, dass ich z.B. als Auslandsreferentin oder Übersetzerin arbeiten könne, was durchaus stimmt, aber je weiter ich in meinem Studium kam, desto mehr wurde mir bewusst, dass das langfristig nicht mein Weg ist.

Das Studium war für mich eine nützliche und wichtige Station, die mein Leben und meine weiteren Entscheidungen zwar beeinflusst aber nicht zu 100% festgelegt hat. Dabei dachte ich in der Schule immer, dass das Studium mein komplettes restliches Leben bestimmen würde. Das ist absoluter Bullshit.

Das Leben ist kein ebener, asphaltierter Weg, der immer nur gerade aus geht. Es gibt unterschiedliche Terrains und Abzweigungen, die man nehmen kann. Schon die nächste Kurve kann vollkommen neue Möglichkeiten offenbaren. Die Erkenntnis, dass ich vom vorgezeichneten Weg abweichen kann, war für mich nicht beängstigend. Ich habe sie als Chance gesehen, mich zu öffnen. Ich musste nicht zwangsläufig das machen, was ich gelernt habe.

Der direkte Weg ist überbewertet

So machte ich im Studium einen Abstecher in die Start-Up-Welt und wurde ein Teil von mymuesli. Die Arbeit dort hat mir unheimlich Spaß gemacht und ich habe viel gelernt, aber auch das war nur eine Station. Jetzt arbeite ich seit über einen Jahr im Bereich Produktmanagement und Marketing eines Verlags – ein Job, der mich ungemein erfüllt. Trotzdem kann ich nicht mit Sicherheit sagen, dass ich ihn bis an das Ende meines beruflichen Lebens ausüben werde.

Ich bin also bisher von den Geisteswissenschaften über Biomüsli bis zum Marketing gekommen. Geradlinig sieht eindeutig anders aus. Dass mein Leben so verlaufen würde, hätte ich vor knapp 8 Jahren, als ich mein Abitur gemacht habe, niemals erwartet. Und doch bin ich froh darüber, dass es so gekommen ist, denn so konnte ich in relativ kurzer Zeit viele wertvolle Erfahrungen sammeln – Umwege nicht ausgeschlossen.

Das Leben ist zu kurz für Stagnation und das Verharren in der Komfortzone.

Deshalb finde ich es so bewundernswert, wenn junge Leute, einige sogar jünger als ich, den Schritt in die Selbstständigkeit wagen oder sich anderweitig etwas eigenes aufbauen. Natürlich wissen sie nicht, ob sie erfolgreich sein werden oder wann sie davon leben werden können. Aber sie erweitern kontinuierlich ihre Grenzen und folgen ihrer Leidenschaft – auch wenn das am Anfang oftmals härtere Arbeit und weniger Lohn bedeutet.

Selbst wenn es am Ende nicht funktioniert und sie sich wieder umorientieren müssen, kann mir keiner sagen, dass die Erfahrung selbst nicht lehrreich war. Ich will damit nicht sagen, dass wir jetzt alle unsere Jobs oder das Studium hinschmeißen und ein Unternehmen gründen sollen (für mich wäre das sowieso nichts), aber ich glaube, dass wir alle etwas mehr Mut vertragen können, wenn es um unser Berufsleben geht.

Denn wir brauchen Mut, wenn wir unseren bisherigen Pfad verlassen wollen oder sogar müssen. Wir brauchen Mut, um…

  • etwas eigenes zu starten.
  • einen Neuanfang zu wagen.
  •  unserer Leidenschaft zu folgen.
  • Umwege zu gehen.
  • Auszeiten zu nehmen.

Ich bin für unkonventionelle Lebensläufe und Menschen, die sich etwas trauen. Wir sollten alle unsere Komfortzonen öfter mal verlassen, denn man weiß nie, was für Abenteuer einen erwarten, wenn man den ausgetretenen Pfad verlässt und einfach mal querfeldein weiter geht.

Geduld ist eine B*tch – oder bin ich es?

Geduld

Als ich vor 2 Jahren mit meiner Mutter in Schottland unterwegs war, sind wir eines Abends in einem kleinen, gemütlichen Pub in Edinburgh abgestiegen. Zufälligerweise fand dort an diesem Abend auch ein Pub-Quiz statt, für das wir uns spaßeshalber als „The Germans“ eintrugen. Es sollte eine lustige, kleine Sache werden. Wir hatten uns auch nicht auf die Fahne geschrieben, zu gewinnen. Wir ahnten schon, dass wir gegen die ganzen „native speakers“ kaum eine Chance hatten.  Trotzdem entwickelte ich sehr schnell einen äußerst ungesunden Ehrgeiz. Statt zwischendurch meiner Mutter die Fragen und Vokabeln zu übersetzen, wenn sie etwas nicht verstand, liefen die Synapsen in meinem Gehirt sofort auf Hochtouren, auf der Suche nach der richtigen Antwort. Zeit ist schließlich Geld!

Am Ende seufzte ich bei jeder Frage meiner Mutter theatralisch auf und winkte dann mit einem hastigen „Ich kann grad‘ nicht!“ ab. Am Ende wurden wir, wer hätte es gedacht, die Letzten und dampften mit unserem Trostpreis ab.

Eine kleine Lehrstunde

Diese kurze Episode verrät eine ganze Menge über mich:

  1. 1. Ich bin ein verdammt schlechter Verlierer (und deshalb vollkommen ungeeignet für „lustige“ Gesellschaftsspiele)
  2. 2. Ich habe ein hohes Aggressionspotenzial – besonders, wenn ich gestresst bin und das Gefühl habe, dass etwas auf dem Spiel steht
  3. 3. Ich bin wahnsinnig ungeduldig

Von all diesen vermeintlich liebenswerten Eigenarten möchte ich heute auf die dritte eingehen. Eines direkt vorweg: Geduld hatte ich eigentlich nie. Dass ich früher nie Nachhilfeunterricht gegeben habe, um mein Taschengeld aufzubessern, führe ich vor allem darauf zurück, dass ich es hasse, Leuten Dinge zig Mal hintereinander erklären zu müssen. Ich hasse es, mein Tempo zu verlangsamen, um es anderen leichter zu machen, weil es mich gefühlsmäßig ja auch zurückhält.

In der Zeit, die ich dafür aufwenden muss, um anderen zu erklären wie die Dinge gehen, habe ich es selbst schon längst drei Mal selber gemacht – und dann ist es aber auch so, wie ich es will. Natürlich weiß ich mittlerweile, dass ich, vor allem im Job, bestimmte Tätigkeiten delegieren muss. Ich weiß auch, dass ich am Ende Zeit spare, wenn ich mir am Anfang die Zeit zum erklären nehme, aber das ist nicht immer so einfach.

Die Wohnungssuche – eine Geduldsprobe par excellence

Dabei müsste mich der Bonner Wohnungsmarkt mittlerweile ausreichend Geduld für ein ganzes Leben gelehrt haben. Eigentlich wollte ich im Laufe des letzten Jahres schon längst in eine größere Wohnung gezogen sein. Jetzt ist es schon 2018 und ich sitze immernoch in meiner Studentenbutze, weil ich einfach nichts finde, das meinen Wünschen entspricht und das ich mir leisten kann. Denn seien wir mal ehrlich: Umziehen macht keinen Spaß und wenn ich mir die Arbeit mache, dann wenigstens, weil ich weiß, dass ich langfristig in der neuen Wohnung bleibe.

Mittlerweile bin ich aber, was die Wohnungssuche angeht, recht entspannt geworden. Je länger ich in meiner alten Wohung bleibe, desto mehr Geld kann ich sparen. Und solange mir nicht der Putz auf die Rübe bröckelt, habe ich eigentlich auch keine Eile. Ist schließlich im Grunde ganz nett hier (mit knapp über 30m² nur alles etwas beengt).

Inwieweit ist Geduld lernbar?

Nur warum kann ich diese Gelassenheit nicht auch auf andere Lebensbereiche übertragen? Warum fällt mir das Warten, Ausharren und einfach mal Zeit nehmen so schwer? Ich schaffe es meistens ja nicht mal, mehr als 20 Seiten am Stück in einem Buch zu lesen. Dabei steht „mehr Geduld“ in meinem Streben nach mehr Balance und Achtsamkeit ganz oben auf meiner To-Do-Liste.

Mehr Geduld mit mir selbst, mit anderen und mit der Umwelt. Alles immer nur mit der Brechstange oder einem Bulldozer lösen zu wollen, ist definitiv nicht der langfristig beste Weg. Und wer weiß? Hätte ich mir bei dem Pub-Quiz den einen oder anderen Moment genommen, um mit meiner Mutter zu reden, vielleicht wären wir dann nicht auf dem letzten Platz gelandet.

Ich glaube schon, dass diese Ungeduld eine tief in mir verankerte Charaktereigenschaft ist. Immerhin habe ich mir viele Jahre nicht gerade Mühe gemacht, etwas daran zu ändern, aber ich bin dennoch davon überzeugt, dass das kein Dauerzustand sein muss. Ich mag vielleicht nicht direkt dazu in der Lage sein, die Ungeduld selbst zu bekämpfen, aber es sollte doch möglich sein, zumindest anders mit ihr umzugehen. Damit ich mir und anderen gegenüber nicht so eine verdammte Bitch sein muss, wenn sie wieder zuschlägt.

Out of Order

krank

Manchmal kommt es ganz plötzlich. An dem einen Tag fühlt man sich noch wie der junge Frühling und blickt hochmotiviert einer neuen Woche entgegen – und am nächsten Morgen wacht man auf mit Fieber, Kopfschmerzen, Schwindel und dichten Nebenhöhlen. Dahin sind die Motivation und wie der junge Frühling sieht man nach wenigen Stunden auch nicht mehr aus, wenn man in den Spiegel schaut. Eher wie ein Kohlkopf, der ein paar Mal unter die Räder gekommen ist. Ladies und Gentlemen, das war wahrlich und wahrlich der Beginn einer wunderbaren Woche.

Und damit meine ich nicht diese, sondern die letzte. Der Grund für meine Abwesenheit letzte Woche lag nämlich in einem extrem überraschend über mich hergefallenen Virus, der beschlossen hatte, die komplette Woche bei mir zu verbringen. Noch am Mittwoch wagte ich den vorsichtigen, äußerst dummen Versuch, doch arbeiten zu gehen, was ich aber schnell wieder bleiben ließ. Am Ende verbrachte ich die Woche abwechselnd auf dem Sofa oder im Bett. Mehr als Fernsehen oder schlafen war eigentlich auch nicht drin (und jede halbe Stunde auf Toilette wanken, weil meine Blase das Fassvermögen einer Erbse hat).

Ich gab mir wirklich alle Mühe, alles ruhig angehen zu lassen, damit ich mich auskurieren kann. Trotzdem weigerte ich mich die ersten Tage zum Arzt zu gehen. Einerseits weil ich, wie immer, dem Irrglauben unterlag „Das geht von selbst wieder weg“ und andererseits aus Angst, dass er die Spritze zückt, um mir Blut abzuzapfen. Das schlimmste war aber meine Angst davor, dass er mich krank schreibt.

Keine Zeit zum gesund werden

Es ist schon komisch, wie gut wir darin sind auf die Gesundheit anderer zu achten und ihnen damit in den Ohren zu hängen, dass sie zum Arzt gehen sollen, wenn sie krank sind, aber sobald wir selbst dran glauben müssen, haben wir zu viel zu tun um krank zu sein und geben uns weder die Ruhe, noch die Mittel um wieder wirklich gesund werden zu können. Ich selbst dachte auch nur an all die Termine und Deadlines, die mich erwarteten. Wie sollte ich da krank sein können?

Die Antwort ist ergreifend schlicht: Ich war es einfach. Das war halt so und ich musste das Beste daraus machen. Es einfach nur zu ignorieren, ändert schließlich auch nichts an den Tatsachen.Wenn mein Haus brennt und ich das Fenster öffne, um frische Luft rein zu lassen, brennt es trotzdem weiter (manchmal sogar schlimmer als vorher).

Davon geht die Welt nicht unter

Als der Arzt mich dann bis einschließlich heute krank schrieb (nicht ohne den Hinweis, dass ich ja arbeiten gehen könnte, wenn ich mich entsprechend fühle), versuchte ich mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass ich meine Termine einfach verschieben muss. In dem Zustand wäre ich ohnehin für niemanden eine wirkliche Freude gewesen – mal ganz abgesehen von der Ansteckungsgefahr. Die Termine zu verschieben, war am Ende kein wirklich großes Ding und ich hatte endlich den Kopf frei um mich zu erholen. Die ganze Zeit davor hatte ich an nichts anderes denken können, als ich bloß schnell wieder gesund sein muss, um meine Termine einzuhalten.

Aber ganz ehrlich? Was, wenn sich wirklich alles ein paar Tage nach hinten verschiebt? Davon geht die Welt auch nicht unter.

Wir schieben ja oft die Arbeit vor, wenn wir krank sind. Wir haben viel zu viel zu tun und „können“ uns nicht die Zeit nehmen, um gesund zu werden. Die Wahrheit ist meistens aber die: wir können uns die Zeit schon nehmen, wir wollen nur häufig nicht. Weil wir anderen nicht zur Last fallen wollen, weil wir keine Lusche sein wollen, oder was auch immer. Fakt ist aber, wenn wir die Symptome ignorieren und einfach weiter arbeiten, ist das weder pflichtbewusst, noch sollten wir uns dafür über den Klee loben. Es sorgt nur dafür, dass wir uns nicht richtig auskurieren, die Krankheit verschleppen und womöglich auch noch andere anstecken.

Ehrlich gesagt, bin ich auch noch nicht zu 100% wieder gesund, aber ich bin aus dem schlimmsten raus und das soll bitte auch so bleiben. Sollte ich auf der Arbeit merken, dass es noch nicht geht, dann gehe ich halt wieder und lasse lieber nochmal den Arzt drübersehen. Jedenfalls habe ich jetzt nicht mehr vor, dem „Workaholic-Lifestyle“ zu frönen, sondern dafür zu sorgen, dass ich mich vernünftiger um mich selbst kümmere.

Sonst bin ich meinen Kollegen auf der Arbeit auch keine große Hilfe. Die hassen mich am Ende nur, wenn ich sie kurz vor Karneval mit einem Virus anstecke.