Ein Plädoyer für mehr Lesen

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Ich liebe Bücher. Ich habe sie schon als Kind geliebt und ich werde sie auch immer lieben. Zwischendurch gab es Phasen, in denen ich weniger gelesen habe, doch vor allem in den letzten zwei Jahren habe ich mich wieder mehr darum bemüht, wieder regelmäßig zu lesen. Regelmäßig bedeutet für mich, dass ich jeden Abend versuche, wenigstens noch 20 Seiten zu lesen.

Das ist für mich die perfekte Art, um vor dem Schlafengehen ohne Bildschirme zu entspannen. Ich freue mich jeden Tag aufs neue, wenn ich es mir am Abend wieder im Bett mit meinen Büchern gemütlich machen kann. Den Plural benutze ich hier bewusst, da ich immer mehrere Bücher parallel lese.  Was soll ich sagen? Ich kann ich mich einfach nie lange auf eine Sache konzentrieren. Es fällt mir schwer, 100 Seiten am Stück im gleichen Buch zu lesen, sodass ich immer je nach Stimmung zwischen den unterschiedlichen Büchern, die gerade auf meinem „to read“-Stapel liegen, hin und her wechsle. Meist sind das 3-4 gleichzeitig.

Die pseudo-intellektuelle Leseratte

Dabei habe ich lange dem Irrglauben unterlegen, dass die Bücher, die ich lese „intellektuell“ sein müssen. Vor allem in der Oberstufe hatte ich eine Phase,in der ich fasst nur Klassiker gelesen habe. So habe ich ein paar meiner Lieblingsbücher kennengelernt und viele andere Werke missachtet, die es genau so wert gewesen wären, gelesen zu werden. Selbst heute noch bin ich sehr vorsichtig, was das Erkunden neuer Genres angeht.

Wenn man mein Bücherregal durchsieht, erkennt man recht schnell ein Muster: Historische Romane, Biographien/Geschichte, Klassiker, Selbstfindung/Persönlichkeitsentwicklung/Inspiration, Reisen/Berge. Das sind die Themen, die mich in den letzten 2 Jahren am meisten beschäftigt haben. Schnulzen oder Thriller sucht man da beinahe vergeblich. Natürlich gibt es auch in diesen Kategorien Bücher, die ich mögen würde – sie interessieren mich nur einfach nicht.

Ich renne auch nicht gerne jedem Hype hinterher. Nachdem ich lange das Gefühl hatte, nur bestimmte Bücher lesen zu dürfen, weil sie in meinem Regal gut aussehen und mich schlau wirken lassen, bin ich endlich an dem Punkt angekommen, an dem ich nur noch das lese, was mich interessiert. Unabhängig davon, ob es gerade im Trend ist, oder nicht.

Allerdings habe ich noch immer ein Problem damit, Bücher, die mir nicht gefallen, einfach abzubrechen, aber warum sollte ich meine Zeit mit etwas verschwenden, das mir keine Freude bereitet? Schließlich bekomme ich diese Zeit nicht zurück. Ich möchte insgesamt mehr Dinge tun, die gut für mich sind und dazu gehört auch, mich mit Lesefutter zu umgeben, das ich mag und das mir auch nach dem ersten Lesen noch einen Mehrwert bietet. Deshalb habe ich vor ein paar Monaten damit angefangen, Bücher, die ihren Zweck bei mir erfüllt haben, in den Bücherschrank bei mir in der Nähe zu stellen.

Mehr Lesen, weniger Konsumieren

Ich glaube, dass es uns allen gut tun würde, mehr zu lesen – abseits von irgendwelchen flimmernden Screens. Bücher regen unsere Fantasie und unser Gehirn auf eine Art und Weise an, wie es eine Serie oder ein Film niemals könnten. Wer hat nicht diese eine Buchverfilmung, die einen so unglaublich enttäuscht hat, weil sie so anders war als man es sich in seinem Kopf vorgestellt hat? Meine größte Enttäuschung war bisher „The Picture of Dorian Gray“ mit Colin Firth. Ich liebe Colin Firth und ich vergöttere das Buch, aber der Film war absoluter Mist. Ich hätte im Kino am liebsten geheult.

Es ist schade, dass die Magie von Büchern in den letzten Jahren durch den Aufstieg von Social Media und dem digitaln Leben derart in den Hintergrund gerückt ist. Lieber vergraben wir unsere Nasen stundenlang in irgendwelchen Instagram-Feeds, als ein Buch zur Hand zu nehmen. Ja, es ist mehr Arbeit, als sich einfach nur mit irgendwelchem meist sinnlosen Content berieseln zu lassen, aber ich für meinen Teil bekomme dafür auch viel mehr zurück.

Je nachdem, was ich lese und wonach mir der Sinn steht, reise ich in entfernte Länder, lerne etwas neues über mich und die Welt oder schwelge im Glanz vergangener Zeiten. Ich erlebe Abenteuer, verliebe mich unsterblich (natürlich in Mr. Darcy) oder verkrieche mich vor lauter Gruseln bis zur Nase unter meiner Bettdecke. Ich lache, leide und fiebere mit meinen Helden – bis ich mit Entsetzen feststellen muss, dass ich nur noch wenige Seiten vor mir habe. Und das alles in der gleichen Zeit, in der ich sonst gelangweilt durch mein Smartphone gescrollt hätte.

Was ich dieses Jahr alles lese

Um dem Thema wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken, habe ich heute eine neue Seite auf diesem Blog angelegt. Darauf teile ich mit euch, was ich dieses Jahr alles lese. Da ich ein sehr langsamer Leser bin, wird sie nicht jede Woche aktualisiert, aber jedes Mal, wenn ich ein Buch beendet habe, werde ich es dort auflisten. Ein paar Werke stehen dort schon, obwohl ich ein paar schon 2017 angefangen und teilweise über mehrere Monate hinweg gelesen habe. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, gell?

Für Buchempfehlungen bin ich jederzeit zu haben. Also, immer her damit!

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