„Schalt mal ’nen Gang runter.“

Pause

Wenn man ein Projekt startet, das einem viel Spaß macht oder bei dem man schnell Erfolge sehen will, neigt man gerade in der Anfangszeit dazu zu viel zu machen. Klar, man ist hochmotiviert und will Ergebnisse sehen, doch wie oft kommt es dann vor, dass man zu viel auf einmal will? Man fängt an, sich mehr Druck als nötig zu machen, arbeitet unter Umständen mehr als jemals zuvor, aber wirklich zufrieden ist man trotzdem nicht.

Am Ende ist man oftmals so überfordert, dass man hinschmeißt. Und damit meine ich nicht nur die Kandidaten, die sich jedes Jahr zu Beginn vornehmen, mehr Sport zu treiben. Es kann einen in jedem Bereich treffen: wenn wir eine Sprache lernen wollen, wenn wir neben dem Job ein kleines Business gründen, oder sogar bei derart banalen Dingen wie dem Entrümpeln der eigenen vier Wände.

Alles auf einmal ist nicht immer besser

Das geflügelte Wort „Work-Life-Balance“ wird einem in der Regel immer dann um die Ohren gehauen, wenn man zu viel vom ersten Teil der Rechnung hat: Arbeit. Dann werden wir meist von Freunden und Kollegen, die es nur gut mit uns meinen, dazu aufgefordert, endlich mal einen Gang runter zu schalten. Ich gehöre von Natur aus eher zu den entspannteren Personen, die dementsprechend eher damit kämpfen, ihren Hintern überhaupt erst für etwas hoch zu kriegen. Doch auch ich habe diese Momente, in denen ich zu viel will.

Die komplette Wohnung muss dann in einer Art Gewaltmarsch innerhalb eines Tages komplett auf den Kopf gestellt und aufgeräumt werden, anstatt alles auf zwei Tage zu verteilen. Ein 40 Seiten langer Text für die Arbeit muss in wenigen Stunden überarbeitet werden – und das neben dem üblichen Tagesgeschäft auf der Arbeit, das alleine schon mehr als genug ist. Mein persönliches Paradebeispiel habe ich aber gerade hier erlebt.

Die letzten Wochen war ich extrem motiviert, was diesen Blog angeht. Ich wollte jede Woche regelmäßig Content raushauen – mindestens zwei-, besser natürlich dreimal die Woche. Hochwertig sollte er sein und natürlich war da die ganze Zeit der Gedanke im Hinterkopf: „Du musst da jetzt was machen! Wenn du jetzt nicht machst, dann bringt das alles doch nix.“ es war ein bisschen so wie früher, als ich angefangen hatte, mein ganzes Leben um mein Sportprogramm zu bauen – nur eben mit dem Blog.

Stress statt Spaß

Ich habe überlegt, welche Termine ich wie legen muss, damit ich noch Zeit zum schreiben habe, habe mir irgendwas aus den Fingern gesaugt und teilweise auch die Momente ignoriert, in denen es besser gewesen wäre, wenn ich mal eine Pause eingelegt hätte. Zweimal die Woche einen Text zu schreiben und ins Internet zu stellen, mag für so manchen nach wenig Arbeit klingen, doch für mich ist es tatsächlich ein wenig anders.

Bei einem Vollzeitjob, sozialen Verpflichtungen und Sport bleibt nicht mehr viel Zeit übrig, wenn ich zwischendurch noch etwas entspannen will. Doch in den letzten Tagen stellte ich mir vermehrt die folgende Frage: „Warum überhaupt der ganze Stress, wenn es doch eigentlich Spaß machen soll?Geht die Welt unter, wenn ich mal ein paar Tage nichts schreibe? Nein. Bin ich weniger wert, wenn ich mir eine Pause gönne ohne vorgearbeitet zu haben? Auch das nicht.

Und so habe ich mir die letzten Tage einfach mal genommen, um mich auf andere Dinge zu konzentrieren, die mir wichtig sind und den Kopf frei zu kriegen. Denn obwohl ich gerne schreibe und es mir hilft, meine Gedanken zu ordnen, ist es immer auch mit Anstrengung verbunden. Und bevor ich es übertreibe und mir sprichwörtlich der Treibstoff ausgeht, lasse ich es lieber etwas langsamer angehen.

Volle Kraft voraus durch regemäßige Pausen

Auch wenn das bedeutet, dass es hier etwas langsamer zugeht. Ich weiß, dass es für mich langfristig die schlauere Lösung ist, denn wie immer im Leben geht es um die Balance. Die besteht definitiv nicht nur darin, immer nur volle Power zu geben bis der Tank komplett leer ist, sondern auch darin zu wissen, wann man sich ein wenig zurückziehen muss.

Deshalb ist mir gerade jetzt wieder bewusst geworden, wie wichtig es ist, hin und wieder mal die Beine hoch zu legen und zu versuchen, sich Ruhe zu gönnen, ohne deswegen direkt in die Selbstkritik zu verfallen. Ab und an einen Gang runter zu schalten, ist nichts wofür man sich meiner Meinung nach schämen muss, sondern etwas, das in der heutigen Zeit des „Hustlens“ viel mehr geschätzt und kultiviert werden sollte, denn nur mit regelmäßigen Pausen bleiben wir langfristig leistungsfähig und behalten den Spaß an dem, was wir tun.

Und diese Pause kam mir zusätzlich zugute, weil sie mich zu diesem spontanen Post inspiriert hat, auf den ich wohl nicht gekommen wäre, wenn ich krampfhaft versucht hätte, mir etwas zu überlegen. Also ein absoluter Win-Win für alle, oder nicht?

Durchgewischt und abgestaubt

Putzen

Es gibt Hausarbeiten, die eigentlich niemand leidenschaftlich gerne macht. Dazu gehören Bügeln, Abspülen und Fenster putzen. Es ist ja im Grunde auch eine ziemliche Sysiphos-Arbeit, denn der positive Effekt dieser Arbeiten ist nur temporär. Spätestens nach ein paar Tagen sehen die Fenster wieder so aus, als hätte man sie 6 Monate nicht geputzt und das sorgsam gebügelte Hemd übersteht nicht mal einen Tag ohne wieder auszusehen wie Hulle.

Ich kenne einige Leute, die so unangenehme Aufgaben deshalb outsourcen. Ein Mal in der Woche kommt die Putzfrau und die Hemden werden in die Reinigung gebracht. So spart man für ein wenig Geld viel Arbeit und kann sich trotzdem an einer sauberen Umgebung erfreuen. Ein absolut lohnenswerter Deal.

Ich persönlich bin noch nicht auf diesen Zug aufgesprungen. Zum einen weil es keinen Sinn macht bei unter 50m² überhaupt jemanden zu engagieren und zum Anderen, weil mir der Gedanke, dass fremde Leute in meinen Sachen herumschnüffeln könnten, überhaupt nicht gefällt. Da schwinge ich lieber selber den Wischmopp. Nur geschieht das zumindest in letzter Zeit leider viel zu selten.

Immer diese Angewohnheiten

Besonders in den vergangenen Monaten habe ich die schlechte Angewohnheit entwickelt, meine Wohnung so lange ungeputzt zu lassen, bis mir die Staubmäuse regelrecht ins Gesicht springen, wenn ich die Tür öffne. Der Grund dafür ist natürlich pure Faulheit. Ich liebe Ausmisten und in alten Sachen herumwühlen, aber Putzen ist überhaupt nicht mein Ding, obwohl ich das Gefühl danach liebe. Es ist also ein bisschen wie mit Sport: Der Weg dorthin ist schwierig, aber am Ende ist man froh, wenn man es gemacht hat.

Heute habe ich es aber endlich wieder geschafft! Ich habe die Böden gewischt und die Regale abgestaubt. Ich habe das Bad geputzt und die Küche auf Vordermann gebracht. Und wie immer sitze ich nun in dieser frisch duftenden, blitzeblanken Oase der Ruhe und frage mich, wie ich es die letzten Tage in meinem eigenen Dreck nur ausgehalten habe.

Die Antwort ist einfach: Ignorieren. Wir Menschen haben die faszinierende Eigenschaft, Unangenehmes über sehr lange Zeiträume auszublenden und herunterzuspielen. Bis der Punkt erreicht ist, an dem man es nicht mehr ignorieren kann, vergeht unter Umständen eine Menge Zeit. In diesem speziellen Fall kann es sich bei mir sogar um Wochen handeln.

Den Kopf einfach mal ausschalten

Ich weiß, schön ist anders, aber meistens ist die Vorstellung, sich direkt nach der Arbeit auf die Couch zu verziehen, halt viel verlockender, als Staub zu wischen. Und der innere Schweinehund ist oft einfach zu stark. Heute habe ich es auch nur geschafft, aktiv zu werden, weil ich nicht nachgedacht habe.

Ich habe einfach angefangen, meine Sachen aus dem Weg zu räumen und den Boden frei zu machen. Ich habe mir nicht vorgestellt, wie anstrengend es ist, das Bad zu schrubben und wie viel schöner es stattdessen wäre, mein neues Videospiel zu zocken. Jede Bewegung war wie automatisiert und ehe ich mich versah, war ich schon mittendrin, ohne wirklich bewusst die Entscheidung getroffen haben „Jetzt putze ich meine Wohnung.“.

In unseren Köpfen ist die meiste Zeit viel zu viel los und nicht alles, was sich dort abspielt, bringt uns weiter. Gedanken wie aus dem obrigen Beispiel lähmen uns eher als dass sie uns nutzen, weil den bequemen Weg mit dem anstrengenden Weg vergleichen. Wie dann die Entscheidung ausfällt, ist eigentlich klar. Das mit dem Putzen ist ein sehr banales, aber äußerst alltägliches Beispiel.

Doch wenn diese Bequemlichkeit schon bei derart kleinen Dingen dazu führt, dass man wochenlang in seinem eigenen Dreck sitzt ohne etwas daran zu ändern, welche Auswirkungen hat sie erst, wenn wir mit wirklich wichtigen Entscheidungen konfrontiert werden? Wenn wir stundenlang pro und kontra abwiegen, bis wir uns am Ende nur noch im Kreis drehen und uns dafür entscheiden, nichts zu tun, weil das am einfachsten ist.

Wie das Leben so spielt

Ehrlich gesagt, hätte ich nicht gedacht, dass dieser Text diese fast schon tiefsinnige Wendung nehmen würde. Eigentlich sollte das hier nur zeigen, dass es ganz schön ist, ab und an mal den Hintern hoch zu kriegen, doch der Kopf macht halt doch, was er will. Solange das, wie hier, bedeutet, dass man zu einer Erkenntnis kommt, die einem etwas bringt, die einem dabei hilft zu verstehen, kann man den Kopf auch einfach mal machen lassen.

Gefährlich wird es erst, wenn uns das davon abhält, unser Potenzial zu entfalten, weil ein anderer Weg aus der Sicht unseres Verstandes einfacher oder bequemer ist. Und während ich das hier schreibe, merke ich erst wieder, was für einen weiten Weg ich in dieser Hinsicht noch zu gehen habe.

Was für ein Start ins Wochenende!

Erfahrung vor Perfektion – Wagen statt Aufschieben

mehr-machen

Das Wichtigste ausnahmsweise mal direkt zu Beginn: Man kann eigentlich nicht zu früh damit anfangen, Visionen und Vorstellungen umzusetzen.Viele unserer Vorhaben scheitern nämlich nicht daran, dass wir sie zu früh angehen, sondern daran, dass wir sie immer weiter aufschieben, weil wir glauben, dass wir noch nicht genug Erfahrung haben. Doch wo soll man diese Erfahrung hernehmen, wenn man gar nicht erst anfängt?

Nur vom Bücher wälzen, planen und sich den  Kopf zerbrechen, passiert auch nichts. Und vom Zweifeln sowieso nicht. Wir lernen erst dann wirklich dazu, wenn wir ins Handeln kommen. Ja, dabei macht man Fehler und ja, es ist anstrengend, aber nur so kommt man weiter.  Um das zu verdeutlichen, muss ich mal wieder in die Klischee-Motivationssprüche-Kiste greifen, aber es gibt im Englischen diesen Satz, den man eigentlich als Mantra vieler erfolgreicher Menschen bezeichnen kann:

Start before you’re ready.“

Oder auf Deutsch: „Fang‘ an, bevor du soweit bist.“ Dieses Prinzip ist so einfach, wie einleuchtend: Wenn wir immer erst warten würden, bis wir uns bereit fühlen, würden wir gerade die großen Projekte in unserem Leben gar nicht erst wagen. Wir würden sie immer weiter vor uns herschieben, mit dem Vorwand, dass wir noch nicht soweit sind. Wir fangen dann an, auf irgendwelche Zeichen vom Universum zu warten und verlieren aber eigentlich nur wertvolle Zeit. Am Ende landen diese Träume dann in der Mottenkiste.

Aller Anfang ist schwer

Als Königin des Aufschiebens kann ich davon ein Liedchen singen. Wie viele Vorhaben ich schon vor mir her geschoben und dann komplett in den Sand gesetzt habe, kann ich hier gar nicht aufzählen. Den Plan ein Buch zu schreiben, von dem ich vor geraumer Zeit gesprochen habe, habe ich natürlich immer noch nicht angekratzt. Es ist ein Mammutprojekt, das mir so wichtig ist, dass die Angst davor, es überhaupt zu beginnen und damit zu scheitern, viel zu groß ist.

Eigentlich wäre das natürlich mein perfektes Start-Before-You’re-Ready-Projekt, aber was soll ich sagen? Ich bin halt nicht perfekt und ich glaube, dass es oft so ist, dass es uns schwerer fällt, etwas anzugehen, je wichtiger es uns ist, weil wir es von Anfang an richtig machen wollen. Weil wir glauben, noch nicht genug zu wissen. Weil wir glauben, dass wir einfach noch nicht gut genug sind. Mir fallen jedenfalls immer Tausend „gute“ Gründe ein, warum ich eine Idee besser erstmal ruhen lassen sollte.

Ergänzend zu einem meiner vergangenen Posts, möchte ich nochmal kurz darauf eingehen, dass wir überall von Menschen umgeben sind, die besser sind als wir. Ich glaube, dass auch dieser Aspekt einen nicht unwesentlichen Anteil an unserer Angst vor der Umsetzung unserer Träume hat. Wenn man überall, gerade im Bereich Social Media, von Leuten umgeben ist, die ihr Handwerk scheinbar perfekt beherrschen, ist das natürlich einschüchternd. Da wagt man es gar nicht erst, sich mit ihnen messen zu wollen.

Aber der entscheidendste Faktor, für mich jedenfalls, ist die generelle Angst zu Versagen. Sobald man sich an ein Projekt heran wagt, ist da immer die Gefahr, dass es nicht klappt. Wenn man es aber gar nicht erst versucht, dann braucht man sich dieser Gefahr auch nicht erst auszusetzen. Auf diese Weise kann man sich ganz simpel aus der Affäre ziehen. Und so hüllen wir uns in den sicheren Kokon des Nichtstuns, bis wir irgendwann für uns die Entscheidung treffen, dass es jetzt sowieso zu spät ist. Was folgt, ist die oben erwähnte Mottenkiste.

Zu früh anfangen gibt’s nicht, aber zu spät anfangen?

Ich denke, es ist so: zu früh anfangen, gibt es im Grunde nicht. Der Anfang ist immer das schwierigste, selbst wenn man glaubt, im Vorfeld genug Erfahrung gesammelt zu haben. Oft kommt es trotz aller Planung anders als gedacht, aber daraus lernt man wenigstens etwas. Ein wenig schwieriger ist es mit der Frage, ob es jemals zu spät ist, um etwas zu anzufangen.

Prinzipiell glaube ich nicht, dass es jemals zu spät ist, um eine neue Sprache zu lernen, sich selbstständig zu machen oder zum Beispiel auszuwandern. Doch die Sache ist die: je mehr Zeit wir uns lassen, um uns Gedanken zu machen, desto mehr Zeit haben wir, um Ausreden zu finden oder uns mit unnützen Gedankenspielen verrückt zu machen; und desto weniger Zeit bleibt am Ende für die Umsetzung und damit für die Erfahrung selbst. Das ist etwas, das so verkopfte Menschen wie ich, die immer alles gerne in sämtlichen Szenarien im Kopf durchspielen, nur schwer umsetzen können. Immerhin soll alles direkt perfekt sein.

Deshalb ist es gerade für mich wichtig den Punkt zu finden, an dem ich aufhöre, etwas zu planen und stattdessen damit anfange, zu prokrastinieren und mir Vorhaben auszureden, weil ich Angst habe, dass ich an ihnen scheitern werde. Selbst wenn ich mir alles ausmale, was passieren könnte, ist das nichts wert, solange ich es nicht wenigstens versucht habe. Egal, ob ich glaube, dass ich bereit bin oder nicht.

In diesem Sinne auch ein gut gemeintes Memo an mich selbst: Es ist nie zu früh, um mit etwas anzufangen (außer vielleicht mit Rauchen, Alkohol und solchen Späßen). Wir werden uns am Ende immer mehr über das ärgern, was uns entgangen ist, weil wir in unserem Kokon geblieben sind, statt dem Ruf der Wildnis zu folgen. Denn eines trifft auf die Menschheit leider ziemlich genau zu:

Wir denken zu viel und machen zu wenig.

Mit diesem kurzen Pep-Talk an mich selbst schließe ich die Woche nun langsam ab und nehme mir folgendes als kurzes, knackiges Mantra mit:

Erfahrung vor Perfektion – Wagen statt Aufschieben

 

So ein Donnerstag, 21:15 Uhr

Herbstblues

Dass ich den Herbst liebe, ist nichts neues, doch jede Jahreszeit hat ihre Schattenseiten. Und das meine ich in diesem Fall ganz wörtlich: Die Tatsache, dass es früher dunkel wird, macht selbst mir ein wenig zu schaffen. Das Büro zu verlassen und im Dunkeln zu stehen, sorgt äußerst zuverlässig dafür, dass ich am liebsten sofort ins Bett gehen würde.

Es ist manchmal so schon schwer genug, sich zu all den Dingen aufzuraffen, die man im Alltag machen muss. Darunter fällt für mich persönlich eigentlich alles außer schlafen, essen und die Couch/das Bett zu belagern. Die Dunkelheit macht es nicht gerade einfacher, gerade wenn es darum geht, nach der Arbeit noch produktiv zu sein. Viel lieber zieht man sich gleich was gemütliches an und igelt sich ein.

Wenn die Kuschelsocken stärker sind als die Motivation

An dem Abend, an dem ich diese Worte schreibe, sitze ich eingehüllt in meinen Pyjama und meinen Mops-Fleecemantel auf dem Sofa. Ich habe Feierabend und seit ich nach Hause gekommen bin, war das Produktivste, das ich getan habe, die Pizzareste vom Mittagessen in den Ofen zu schieben. Kein Sport, kein Aufräumen, kein Garnichts.

Ich glaube nicht daran, dass man immer produktiv sein muss. Ruhephasen gehören genau so zum Leben, wie das hektische Treiben zwischendurch. Es ist aber die eine Sache, sich bewusst für eine Auszeit zu entscheiden. Es ist etwas ganz anderes, wenn es sich so anfühlt, als würden die äußeren Umstände einen regelrecht dazu zwingen und man ist in dem Moment einfach nur zu schlapp, um sich aufzuraffen.

Aber so geht es mir zurzeit. Mein Körper und mein Geist laufen gefühlt auf Sparflamme. Ich versuche, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und die Dinge zu tun, die einfach getan werden müssen, aber alles, was darüber hinausgeht, übersteigt aktuell meine Kapazitäten.

„TSCHAKKAA!!“ und so…

Die richtigen Kämpfernaturen da draußen werden jetzt wahrscheinlich sagen: „Da muss man sich halt durchbeißen und einfach durchpowern!“ das mag in vielen Fällen auch zutreffen, aber ich bin auch der Meinung, dass einem der Körper solche Signale nicht umsonst sendet. Wenn man wirklich erschöpft ist, dann muss man Gott auch mal einen guten Mann sein lassen, selbst wenn es in dem Moment schwer fällt. Man neigt ja doch dazu, sich sehr schnell ein schlechtes Gewissen zu machen.

Ich denke mir auch die ganze Zeit, dass ich schon längst wenigstens eine halbe Stunde Sport hätte dazwischen schieben können, aber ich weiß auch, dass ich überhaupt nicht leistungsfähig gewesen wäre. Es kommt nicht häufig vor, aber ich muss mich echt dazu zwingen, zu entspannen, ohne mich dafür schuldig zu fühlen.

Es ist wohl an der Zeit, dass ich meinen eigenen Ratschlag befolge: die Schuldgefühle fallen zu lassen, den Abend so zu verbringen, wie es meinem Körper gut tut und morgen wieder gestärkt zur Tat zu schreiten. Denn es ist „so ein“ Abend – ein Abend an dem auch mit ein wenig gutem Willen nichts geht. Und das muss auch mal in Ordnung sein.

Das fiese „Was-kann-ich-eigentlich-Syndrom“

workErfahrung zu sammeln, und davon möglichst viel, ist mit das Beste, was ein Mensch in seinem Leben machen kann. Nur indem wir Erfahrung sammeln, kommen wir weiter. Dabei ist es eigentlich so, dass es auf jedem Gebiet, das wir uns vorstellen können, Menschen gibt, die besser sind als wir. Das ist gut, weil wir dann von ihnen lernen können. Andererseits kann das ziemlich frustrierend sein.

Schließlich haben wir viel zu häufig den Anspruch an uns selbst, alles perfekt machen zu müssen – und das am besten von Anfang an. Wenn wir mit diesem Anspruch im Hinterkopf jemanden sehen, der besser ist als wir, ist es egal, dass diese Person unter Umständen schon mehrere Jahre Erfahrung auf dem Gebiet hat. Wir sehen nur den aktuellen Erfolg und das, was wir  im Vergleich bieten können: nicht viel.

Doch wer weiß schon, was diese Person alles durchgemacht hat, um dorthin zu kommen, wo sie jetzt ist? Jeder bezahlt schließlich sein eigenes Lehrgeld. Wir denken aber oft nur eines: „Verdammt, er/sie ist so viel besser als ich. Wie soll ICH das jemals schaffen?

Konstruktivität statt Destruktivität

Diese Angewohnheit die eigenen Fähigkeiten abzuwerten, kann sich schnell als fatal erweisen; nämlich dann, wenn sie anfängt uns zu lähmen. Ich habe das bei mir selbst schon viel zu oft beobachtet: Die Erfolge anderer haben mich häufig derart verunsichert, dass ich mein Vorhaben nur noch halbherzig verfolgt und schließlich komplett aufgegeben habe. Und damit bin ich nicht alleine. Wir alle leiden hin und wieder unter diesem „Was-kann-ich-eigentlich-Syndrom“ – und schmeißen hin.

Im idealen Fall sehen wir die Überlegenheit Anderer als Ansporn an. Das Ziel kann dann zum Beispiel folgendes sein: Ratschläge und konstruktive Kritik von erfahrenen Menschen nicht als destruktiv zu empfinden und stattdessen auf ihnen aufzubauen. Oder es kann bedeuten, dass man sich erfolgreiche Menschen ansieht und versucht zu rekonstruieren, wie sie zu ihrem Erfolg gekommen sind – Reverse Engineering sozusagen.

Dabei ist es noch nicht mal so wichtig genau den Weg Schritt für Schritt abzubilden, den die Person tatsächlich gegangen ist. Viel bedeutsamer ist es, wenn man so einen Weg findet, der für einen selbst sinnvoll und unter Umständen sogar machbar ist.  Dass nicht alles von Anfang an rund läuft, wenn man sich dann selbst daran versucht, versteht sich von selbst. Fehler gehören halt immer dazu.

Jeder muss seinen eigenen Weg gehen

Es bringt natürlich nichts, sich 1:1 mit anderen zu vergleichen; erst recht nicht, wenn man sich auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen befindet. Stattdessen versuche ich mittlerweile, mich vermehrt mich mit mir selbst zu vergleichen: Wo stand ich vor einer Woche? Wo vor einem Monat? Wenn man sich mit seinem vergangenen Ich vergleicht, fällt es wesentlich leichter, die Fortschritte, die man gemacht hat, auch als solche anzuerkennen. So sieht man weniger die Sachen, die man noch nicht kann und mehr von den Fähigkeiten, die man sich in der Zwischenzeit angeeignet hat.

Denn das Schöne und gleichzeitig auch Gemeine am „Was-kann-ich-eigentlich-Syndrom“ ist, dass es meistens im Zusammenhang mit anderen Menschen auftaucht. Und weil sich der Kontakt zu anderen Menschen nie ganz vermeiden lässt (außer man zieht irgendwo in den Busch, oder auf eine einsame Insel), kann man es leider auch nie ganz abstellen. Man kann jedoch lernen damit umzugehen und seinen Fokus, wie oben erwähnt, anders ausrichten.

Zusammengefasst habe ich also folgende Wege für mich gefunden, die mir dabei helfen, dieses fiese Stimmchen in meinem Kopf leiser zu drehen:

  1. Konstruktive Kritik und Ratschläge von Leuten, die besser sind als ich, auch so anzunehmen und sie zu integrieren
  2. Reverse Engineering: Mir anschauen, wo andere stehen und mit welchen Schritten ich auch dorthin kommen könnte (Jeder macht seine eigenen Erfahrungen)
  3. Den Vergleich mit mir selbst suchen: Wo habe ich mich in der letzten Zeit verbessert? Wo kann ich noch an mir arbeiten?

So formuliere ich die Frage „Was kann ich eigentlich?“ um in „Was kann ich noch tun, damit ich noch besser werde, als ich es jetzt schon bin?“ und integriere dabei das im Grunde sehr wertvolle Feedback meiner Mitstreiter.

 

Wer nichts investiert, bekommt nichts zurück (Pseudo-Podcast #2)

InvestitionEs gibt für jede Situation im Leben einen passenden Spruch. Meistens wird er von Außenstehenden abgelassen, wenn man ihnen von seinen Problemen erzählt. Einer meiner „Favoriten“ ist:

Von nix kommt nix.

Erste Reaktion? Wahrscheinlich ein genervtes Augenrollen. Das Problem bei diesen Sprüchen? Wir wollen sie nicht nur nicht hören, weil sie abgedroschen und manchmal ziemlich kitschig sind; oft sind sie auch noch verdammt wahr. Sie treffen einen Nerv, weil sie unser Problem so vereinfacht und altklug darstellen, dass es weh tut. Gerade dieses „Von nix kommt nix“ hat mich in letzter Zeit unglaublich beschäftigt.

Oft sehen wir all diese erfolgreichen Menschen, egal ob privat oder in den Medien und wir fragen uns: „Wie hat er/sie das nur gemacht?“ und manchmal kommt da auch der alte Freund Neid ganz kräftig durch, der ihnen den Erfolg nicht gönnt. Es wirkt, als hätten sie über Nacht Karriere gemacht und sonst nichts dafür getan.

Nur selten sehen wir, welcher immense Aufwand neben einem Quäntchen Glück eigentlich dahinter steckt. Denn die Sache ist die: Man muss im Leben immer etwas investieren, um auch etwas zu bekommen. Dabei ist es egal, ob es darum geht Geld, Zeit oder Aufwand zu investieren. Bei besonders großen Projekten muss man auch regelrecht alles geben. Wer den ganzen Tag nur auf dem Sofa sitzt und Netflix guckt, braucht sich nicht wundern, wenn er im Leben sonst nicht viel erreicht.

Nichtstun ist einfach, bringt aber auch nichts

Ich selbst kann mich von diesem Verhalten nicht freisprechen. Ich liebe es, auf der Couch rumzugammeln und im Grunde nichts zu tun, doch mittlerweile wird mir fast schlecht, wenn ich überlege, was ich in all diesen Stunden die letzten Jahre hätte erreichen können. Ich habe abgesehen vom nötigsten – sprich dem, was die Uni von mir verlangt hat – kaum etwas in mich investiert. Ich habe mich nur wenig weitergebildet, nur wenig private Projekte verfolgt. Wenn ich Leute in meinem Alter gesehen habe, die sich schon als Jungunternehmer bezeichnen konnten, hatte ich das Gefühl, dass ich mein eigenes Potenzial nie wirklich ausgeschöpft habe.

Weil es einfacher ist, nichts zu tun. Es ist einfacher die Hände in den Schoß zu legen und sich hin und wieder ein wenig zu beschweren, als die Ärmel hochzukrempeln und in die Projekte zu investieren, die einem im Kopf herumschwirren.

Und selbst wenn wir uns aufraffen können, so wissen wir im Vorfeld nicht, ob sich die Investition auch lohnen wird. Was, wenn wir alles geben und nichts dafür zurück bekommen? Mittlerweile sehe ich es so: Wir bekommen immer irgendwas zurück. Und wenn es nicht das ist, was wir uns erhoffen, dann sind wir zumindest um Erfahrungen reicher, die uns langfristig trotzdem weiterbringen.

Wenn wir trotz Schweiß und Tränen an etwas scheitern, ist diese Erfahrung immer noch mehr wert, als es vor lauter Angst gar nicht erst zu versuchen. Man kann keine Sprache lernen ohne Vokabeln und Grammatik zu pauken. Man bekommt kein Zertifikat ohne die Prüfung dafür abzulegen. Wer nichts investiert, bekommt nichts zurück.

2. Binsenweisheit: Man kann nicht alles haben

Natürlich bedeutet das auch, dass man Abstriche machen muss: Ich kann nicht den ganzen Tag Downton Abbey gucken und gleichzeitig meinen Gehirnschmalz für Texte wie diesen hier anstrengen (Herzlichen Glückwunsch an die Leute, die das können).  Und wenn ich plane, einen Kurs zu besuchen, von dem ich weiß, dass er mich in meiner persönlichen Weiterentwicklung unterstützen wird, werde ich nicht nur meine Zeit, sondern wohl auch mein Geld investieren müssen.

Das wichtigste, was ich bei meinem aktuellen Wissensstand mitnehme, ist die Erkenntnis, dass wir uns dessen bewusst werden müssen, wo wir langfristig im Leben stehen wollen und mehr in die Faktoren zu investieren, die uns diesem Ziel näherbringen. Das kann bedeuten, dass man weniger Zeit auf Social Media verbringt, aber dafür diese Zeit aufwendet, um sich einen Podcast, zu einem Thema, das einen beschäftigt, anzuhören. Oder es bedeutet, dass man mal nicht die ganze Nacht durchfeiert und stattdessen früh aufsteht und eine Runde laufen geht.

Investiere dich und deine Ressourcen, auch wenn du nicht weißt, wie das Ergebnis sein wird und traue dich, einfach mal mehr zu geben, als du es bisher gegeben hast. Nur so kannst du Dinge bewegen.

Du bist deines Glückes Schmied

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Als Jugendliche habe ich viel Zeit dafür aufgewendet, unangepasst zu sein. Ich habe mir mein Lippenpiercing stechen lassen, die Haare schwarz gefärbt – überhaupt war da sehr viel schwarz involviert – und Musik angehört, die außer mir keiner mochte. Es ging mir nicht primär darum, ein Ehrenmitglied im „Special-Snowflakes-Club“ zu werden, sondern ich fand es schön, in meiner eigenen Welt zu leben und einfach nur das zu tun, was mir gerade Spaß macht. Dass die meisten meiner Klassenkameraden damit nichts anfangen konnten, kümmerte mich nicht und auch dass ich mich dadurch in gewisser Weise von ihnen distanzierte.

So hundertprozentig egal war es mir dennoch nicht, was sie über mich dachten; zumindest, was den Unterricht angeht. Ich war schweigsam, aus Angst, mich mit falschen Antworten zu blamieren und das hat mir meine Abitur-Note am Ende etwas zerschossen. Und auch so habe ich mich selten in etwas eingemischt, auch wenn ich vielleicht anderer Meinung war als meine Klassenkameraden. Wirklich lösen konnte ich mich von ihrer Meinung also nie.

Das ist ein Zwiespalt, den wohl die meisten Leute mit sich ausfechten müssen. Auf der einen Seite möchte man sich abheben und sein eigenes Ding durchziehen. Auf der anderen Seite möchte man aber auch anerkannt und gemocht (oder wenigstens nicht abgelehnt) werden. Die wenigsten Leute, die ich kenne, scheißen – auf gut Deutsch gesagt – wirklich auf das, was andere über sie sagen. Diese Kompromisslosigkeit finde ich bewundernswert, solange man seine Mitmenschen nicht vollkommen vergisst.

Du bist für dich selbst verantwortlich

Die meisten von uns vergessen aber, dass wir selbst unser Glückes Schmied sind undn icht „die anderen“. Wenn wir nicht die Dinge tun, die wir tun müssen, um glücklich und erfolgreich zu sein, nur weil uns die Meinung anderer so wichtig ist, dann blockieren wir uns selbst. Das habe ich damals in der Schule mehr als genug miterlebt. Privat konnte ich mich in meiner Persönlichkeit ausleben, doch beim Thema Schule hemmte mich meine Angst extrem. Deswegen habe ich mein Potenzial nie ganz entfaltet.

Vor allem in den letzten Monaten ist mir mehr und mehr bewusst geworden, wie wichtig es ist, selbst die Zügel in die Hand zu nehmen und einfach mal zu machen, ohne sich darum zu scheren, was andere davon halten könnten:

Du hast eine Idee und willst ein Unternehmen gründen? Dann krieg‘ deinen Arsch hoch und mach es. Du willst dir ein Tattoo stechen lassen? Warum auch nicht. In ein paar Jahrzehnten werden fast alle unserer Kumpels im Altenheim tättoowiert sein. Du willst alleine eine Reise machen? Ja, warum auch nicht? Jeder muss seine eigenen Erfahrungen im Leben machen, um weiter zu kommen, sein eigenes Lehrgeld dafür bezahlen.

Menschen im Leben kommen und gehen, und wenn sie einen ablehnen wegen der Dinge, die man tut, dann sind sie einfach nicht diejenigen, die man in seinem Leben haben sollte. Wenn du die Dinge tust, die für dich richtig sind, ziehst du auch die Menschen an, die für dich richtig sind.

Das klingt im ersten Moment einfach, aber selbst ich weiß, dass es das nicht zwingend ist. Ich selbst werde nie jemand sein, der anderer Leute Meinungen einfach ausblenden kann, aber ich kann mir nach und nach Teile von mir zurückerobern und die konstruktive Kritik, die ich auf meinem Weg bekomme, nutzen um weiter zu wachsen.

Auf die innere Stimme hören

Es ist kein Neujahrsvorsatz, den ich erst 2018 umsetzen will, sondern mit sofortiger Wirkung: Ich will tiefer in mich hineinhorchen und herausfinden, was ich will. Was ich tun muss, um glücklich zu sein und danach zu handeln, auch wenn nicht alle meiner Mitmenschen das verstehen.

Ich kann mich einfach nur wiederholen: Wir sind unseres Glückes Schmied und wenn wir nicht endlich die Verantwortung dafür übernehmen, dann wird das niemand tun.  Mach dich frei von deinen Ängsten und nimm‘ dein Leben selbst in die Hand – nicht für andere, sondern für dich.