Immer wieder Sonntags

cozy Sonntag

Der Sonntag ist wieder da – der Tag der Woche, dem ich immer wieder aufs neue mit der größten Ambivalenz gegenüber stehe. Auf der einen Seite ist er Teil des lang ersehnten Wochenendes. Man kann lange schlafen, den ganzen Tag entspannt auf der Couch verbringen und Serien gucken und es sich gut gehen lassen. Manchmal ist er aber auch einfach nur als Erholung vom Samstag bitter nötig. Wie auch immer man den Sonntag nutzt, missen will ihn vermutlich keiner.

Und doch ist da immer dieser eine Wermutstropfen: Es ist der Tag vor dem Montag.

Für einen Mensch wie mich, dem es schwer fällt, im Jetzt zu leben und der stattdessen viel Zeit in der Vergangenheit und der Zukunft verbringt, ist das ein Fluch. Und für mich geht das meistens schon Freitags los: Es mag ein wenig verrückt sein, aber ich denke schon am Freitagabend, dass das Wochenende eigentlich fast vorbei ist, weil ich eigentlich nur den Samstag habe, den ich wirklich unbeschwert verbringen kann (und das eigentlich auch nur mit Einschränkung, weil ich hin und wieder an den Sonntag denke).

Wo ist mein Wochenende?

Am Sonntag bin ich gedanklich schon wieder in der neuen Woche, bei den To-Do’s auf der Arbeit und all den anderen Dingen, die ich ab Montag machen muss. Die Zeit an diesem Tag scheint förmlich zu rennen ohne dass ich sie voll ausschöpfen kann und ehe ich mich versehe, ist es schon wieder Zeit, um ins Bett zu gehen, denn am Montag muss man ja wieder früh aufstehen. Gedanklich habe ich also eigentlich nur einen Tag Wochenende. Dieser Teufelskreis zerschießt mir das ganze Wochenende.

„Sunday Mood“ ist bei mir die meiste Zeit für’n Arsch.

Die Feiertage mit den kurzen Arbeitswochen haben einen natürlich sehr verwöhnt, aber es war schon ein schönes Gefühl diese Woche nur 4 Tage arbeiten zu gehen – obwohl mir diese Woche skurrilerweise genau so lang vorkam, wie eine normale Arbeitswoche. Nur konnte ich das lange Wochenende auch nur beschränkt genießen, weil ich direkt daran denken musste, dass das nächste wieder nur 2 Tage hat und dann auch die Arbeitswochen wieder 5 Tage haben werden.

Lange Rede, kurzer Sinn

Ich habe (bzw. mein Kopf hat) ein riesiges Problem damit, nicht ständig abzuschweifen und einfach nur den Moment oder den Tag zu leben, der gerade ist. Ich kann nicht einfach nur sein. Und dabei gibt es auch noch folgende kleine Gemeinheit: Selbst wenn ich schon heute an die Dinge denke,die ich morgen zu tun habe, kann ich sie noch nicht beeinflussen. Ich kann noch nichts tun. Ich erreiche also absolut gar nichts, wenn ich mir jetzt schon den Kopf zerbreche, außer dass ich mir selber den Tag versaue.

Ich bewundere wirklich Menschen, die diese Denkmaschine einfach mal für die einzigen freien Tage der Woche abstellen können. Die nicht schon im Voraus anfangen, die To-Do-Liste der kommenden Woche im Kopf durchzugrübeln, sondern die Zeit voll ausnutzen, die sie in diesem Moment haben.

Deshalb, obwohl ich eigentlich kein großer Freund von Neujahresvorsätzen bin, möchte ich mir für 2018 gerne vornehmen, mehr im Jetzt zu leben. Ich möchte mich weniger von Dingen beeinflussen lassen, die ich nicht mehr oder noch nicht beeinflussen kann und die deshalb im Grunde nur stören.

Für Tipps, wie man das anstellt, bin ich sehr dankbar, also immer her damit!