Erfahrung vor Perfektion – Wagen statt Aufschieben

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Das Wichtigste ausnahmsweise mal direkt zu Beginn: Man kann eigentlich nicht zu früh damit anfangen, Visionen und Vorstellungen umzusetzen.Viele unserer Vorhaben scheitern nämlich nicht daran, dass wir sie zu früh angehen, sondern daran, dass wir sie immer weiter aufschieben, weil wir glauben, dass wir noch nicht genug Erfahrung haben. Doch wo soll man diese Erfahrung hernehmen, wenn man gar nicht erst anfängt?

Nur vom Bücher wälzen, planen und sich den  Kopf zerbrechen, passiert auch nichts. Und vom Zweifeln sowieso nicht. Wir lernen erst dann wirklich dazu, wenn wir ins Handeln kommen. Ja, dabei macht man Fehler und ja, es ist anstrengend, aber nur so kommt man weiter.  Um das zu verdeutlichen, muss ich mal wieder in die Klischee-Motivationssprüche-Kiste greifen, aber es gibt im Englischen diesen Satz, den man eigentlich als Mantra vieler erfolgreicher Menschen bezeichnen kann:

Start before you’re ready.“

Oder auf Deutsch: „Fang‘ an, bevor du soweit bist.“ Dieses Prinzip ist so einfach, wie einleuchtend: Wenn wir immer erst warten würden, bis wir uns bereit fühlen, würden wir gerade die großen Projekte in unserem Leben gar nicht erst wagen. Wir würden sie immer weiter vor uns herschieben, mit dem Vorwand, dass wir noch nicht soweit sind. Wir fangen dann an, auf irgendwelche Zeichen vom Universum zu warten und verlieren aber eigentlich nur wertvolle Zeit. Am Ende landen diese Träume dann in der Mottenkiste.

Aller Anfang ist schwer

Als Königin des Aufschiebens kann ich davon ein Liedchen singen. Wie viele Vorhaben ich schon vor mir her geschoben und dann komplett in den Sand gesetzt habe, kann ich hier gar nicht aufzählen. Den Plan ein Buch zu schreiben, von dem ich vor geraumer Zeit gesprochen habe, habe ich natürlich immer noch nicht angekratzt. Es ist ein Mammutprojekt, das mir so wichtig ist, dass die Angst davor, es überhaupt zu beginnen und damit zu scheitern, viel zu groß ist.

Eigentlich wäre das natürlich mein perfektes Start-Before-You’re-Ready-Projekt, aber was soll ich sagen? Ich bin halt nicht perfekt und ich glaube, dass es oft so ist, dass es uns schwerer fällt, etwas anzugehen, je wichtiger es uns ist, weil wir es von Anfang an richtig machen wollen. Weil wir glauben, noch nicht genug zu wissen. Weil wir glauben, dass wir einfach noch nicht gut genug sind. Mir fallen jedenfalls immer Tausend „gute“ Gründe ein, warum ich eine Idee besser erstmal ruhen lassen sollte.

Ergänzend zu einem meiner vergangenen Posts, möchte ich nochmal kurz darauf eingehen, dass wir überall von Menschen umgeben sind, die besser sind als wir. Ich glaube, dass auch dieser Aspekt einen nicht unwesentlichen Anteil an unserer Angst vor der Umsetzung unserer Träume hat. Wenn man überall, gerade im Bereich Social Media, von Leuten umgeben ist, die ihr Handwerk scheinbar perfekt beherrschen, ist das natürlich einschüchternd. Da wagt man es gar nicht erst, sich mit ihnen messen zu wollen.

Aber der entscheidendste Faktor, für mich jedenfalls, ist die generelle Angst zu Versagen. Sobald man sich an ein Projekt heran wagt, ist da immer die Gefahr, dass es nicht klappt. Wenn man es aber gar nicht erst versucht, dann braucht man sich dieser Gefahr auch nicht erst auszusetzen. Auf diese Weise kann man sich ganz simpel aus der Affäre ziehen. Und so hüllen wir uns in den sicheren Kokon des Nichtstuns, bis wir irgendwann für uns die Entscheidung treffen, dass es jetzt sowieso zu spät ist. Was folgt, ist die oben erwähnte Mottenkiste.

Zu früh anfangen gibt’s nicht, aber zu spät anfangen?

Ich denke, es ist so: zu früh anfangen, gibt es im Grunde nicht. Der Anfang ist immer das schwierigste, selbst wenn man glaubt, im Vorfeld genug Erfahrung gesammelt zu haben. Oft kommt es trotz aller Planung anders als gedacht, aber daraus lernt man wenigstens etwas. Ein wenig schwieriger ist es mit der Frage, ob es jemals zu spät ist, um etwas zu anzufangen.

Prinzipiell glaube ich nicht, dass es jemals zu spät ist, um eine neue Sprache zu lernen, sich selbstständig zu machen oder zum Beispiel auszuwandern. Doch die Sache ist die: je mehr Zeit wir uns lassen, um uns Gedanken zu machen, desto mehr Zeit haben wir, um Ausreden zu finden oder uns mit unnützen Gedankenspielen verrückt zu machen; und desto weniger Zeit bleibt am Ende für die Umsetzung und damit für die Erfahrung selbst. Das ist etwas, das so verkopfte Menschen wie ich, die immer alles gerne in sämtlichen Szenarien im Kopf durchspielen, nur schwer umsetzen können. Immerhin soll alles direkt perfekt sein.

Deshalb ist es gerade für mich wichtig den Punkt zu finden, an dem ich aufhöre, etwas zu planen und stattdessen damit anfange, zu prokrastinieren und mir Vorhaben auszureden, weil ich Angst habe, dass ich an ihnen scheitern werde. Selbst wenn ich mir alles ausmale, was passieren könnte, ist das nichts wert, solange ich es nicht wenigstens versucht habe. Egal, ob ich glaube, dass ich bereit bin oder nicht.

In diesem Sinne auch ein gut gemeintes Memo an mich selbst: Es ist nie zu früh, um mit etwas anzufangen (außer vielleicht mit Rauchen, Alkohol und solchen Späßen). Wir werden uns am Ende immer mehr über das ärgern, was uns entgangen ist, weil wir in unserem Kokon geblieben sind, statt dem Ruf der Wildnis zu folgen. Denn eines trifft auf die Menschheit leider ziemlich genau zu:

Wir denken zu viel und machen zu wenig.

Mit diesem kurzen Pep-Talk an mich selbst schließe ich die Woche nun langsam ab und nehme mir folgendes als kurzes, knackiges Mantra mit:

Erfahrung vor Perfektion – Wagen statt Aufschieben

 

Wer nichts investiert, bekommt nichts zurück (Pseudo-Podcast #2)

InvestitionEs gibt für jede Situation im Leben einen passenden Spruch. Meistens wird er von Außenstehenden abgelassen, wenn man ihnen von seinen Problemen erzählt. Einer meiner „Favoriten“ ist:

Von nix kommt nix.

Erste Reaktion? Wahrscheinlich ein genervtes Augenrollen. Das Problem bei diesen Sprüchen? Wir wollen sie nicht nur nicht hören, weil sie abgedroschen und manchmal ziemlich kitschig sind; oft sind sie auch noch verdammt wahr. Sie treffen einen Nerv, weil sie unser Problem so vereinfacht und altklug darstellen, dass es weh tut. Gerade dieses „Von nix kommt nix“ hat mich in letzter Zeit unglaublich beschäftigt.

Oft sehen wir all diese erfolgreichen Menschen, egal ob privat oder in den Medien und wir fragen uns: „Wie hat er/sie das nur gemacht?“ und manchmal kommt da auch der alte Freund Neid ganz kräftig durch, der ihnen den Erfolg nicht gönnt. Es wirkt, als hätten sie über Nacht Karriere gemacht und sonst nichts dafür getan.

Nur selten sehen wir, welcher immense Aufwand neben einem Quäntchen Glück eigentlich dahinter steckt. Denn die Sache ist die: Man muss im Leben immer etwas investieren, um auch etwas zu bekommen. Dabei ist es egal, ob es darum geht Geld, Zeit oder Aufwand zu investieren. Bei besonders großen Projekten muss man auch regelrecht alles geben. Wer den ganzen Tag nur auf dem Sofa sitzt und Netflix guckt, braucht sich nicht wundern, wenn er im Leben sonst nicht viel erreicht.

Nichtstun ist einfach, bringt aber auch nichts

Ich selbst kann mich von diesem Verhalten nicht freisprechen. Ich liebe es, auf der Couch rumzugammeln und im Grunde nichts zu tun, doch mittlerweile wird mir fast schlecht, wenn ich überlege, was ich in all diesen Stunden die letzten Jahre hätte erreichen können. Ich habe abgesehen vom nötigsten – sprich dem, was die Uni von mir verlangt hat – kaum etwas in mich investiert. Ich habe mich nur wenig weitergebildet, nur wenig private Projekte verfolgt. Wenn ich Leute in meinem Alter gesehen habe, die sich schon als Jungunternehmer bezeichnen konnten, hatte ich das Gefühl, dass ich mein eigenes Potenzial nie wirklich ausgeschöpft habe.

Weil es einfacher ist, nichts zu tun. Es ist einfacher die Hände in den Schoß zu legen und sich hin und wieder ein wenig zu beschweren, als die Ärmel hochzukrempeln und in die Projekte zu investieren, die einem im Kopf herumschwirren.

Und selbst wenn wir uns aufraffen können, so wissen wir im Vorfeld nicht, ob sich die Investition auch lohnen wird. Was, wenn wir alles geben und nichts dafür zurück bekommen? Mittlerweile sehe ich es so: Wir bekommen immer irgendwas zurück. Und wenn es nicht das ist, was wir uns erhoffen, dann sind wir zumindest um Erfahrungen reicher, die uns langfristig trotzdem weiterbringen.

Wenn wir trotz Schweiß und Tränen an etwas scheitern, ist diese Erfahrung immer noch mehr wert, als es vor lauter Angst gar nicht erst zu versuchen. Man kann keine Sprache lernen ohne Vokabeln und Grammatik zu pauken. Man bekommt kein Zertifikat ohne die Prüfung dafür abzulegen. Wer nichts investiert, bekommt nichts zurück.

2. Binsenweisheit: Man kann nicht alles haben

Natürlich bedeutet das auch, dass man Abstriche machen muss: Ich kann nicht den ganzen Tag Downton Abbey gucken und gleichzeitig meinen Gehirnschmalz für Texte wie diesen hier anstrengen (Herzlichen Glückwunsch an die Leute, die das können).  Und wenn ich plane, einen Kurs zu besuchen, von dem ich weiß, dass er mich in meiner persönlichen Weiterentwicklung unterstützen wird, werde ich nicht nur meine Zeit, sondern wohl auch mein Geld investieren müssen.

Das wichtigste, was ich bei meinem aktuellen Wissensstand mitnehme, ist die Erkenntnis, dass wir uns dessen bewusst werden müssen, wo wir langfristig im Leben stehen wollen und mehr in die Faktoren zu investieren, die uns diesem Ziel näherbringen. Das kann bedeuten, dass man weniger Zeit auf Social Media verbringt, aber dafür diese Zeit aufwendet, um sich einen Podcast, zu einem Thema, das einen beschäftigt, anzuhören. Oder es bedeutet, dass man mal nicht die ganze Nacht durchfeiert und stattdessen früh aufsteht und eine Runde laufen geht.

Investiere dich und deine Ressourcen, auch wenn du nicht weißt, wie das Ergebnis sein wird und traue dich, einfach mal mehr zu geben, als du es bisher gegeben hast. Nur so kannst du Dinge bewegen.

Du bist deines Glückes Schmied

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Als Jugendliche habe ich viel Zeit dafür aufgewendet, unangepasst zu sein. Ich habe mir mein Lippenpiercing stechen lassen, die Haare schwarz gefärbt – überhaupt war da sehr viel schwarz involviert – und Musik angehört, die außer mir keiner mochte. Es ging mir nicht primär darum, ein Ehrenmitglied im „Special-Snowflakes-Club“ zu werden, sondern ich fand es schön, in meiner eigenen Welt zu leben und einfach nur das zu tun, was mir gerade Spaß macht. Dass die meisten meiner Klassenkameraden damit nichts anfangen konnten, kümmerte mich nicht und auch dass ich mich dadurch in gewisser Weise von ihnen distanzierte.

So hundertprozentig egal war es mir dennoch nicht, was sie über mich dachten; zumindest, was den Unterricht angeht. Ich war schweigsam, aus Angst, mich mit falschen Antworten zu blamieren und das hat mir meine Abitur-Note am Ende etwas zerschossen. Und auch so habe ich mich selten in etwas eingemischt, auch wenn ich vielleicht anderer Meinung war als meine Klassenkameraden. Wirklich lösen konnte ich mich von ihrer Meinung also nie.

Das ist ein Zwiespalt, den wohl die meisten Leute mit sich ausfechten müssen. Auf der einen Seite möchte man sich abheben und sein eigenes Ding durchziehen. Auf der anderen Seite möchte man aber auch anerkannt und gemocht (oder wenigstens nicht abgelehnt) werden. Die wenigsten Leute, die ich kenne, scheißen – auf gut Deutsch gesagt – wirklich auf das, was andere über sie sagen. Diese Kompromisslosigkeit finde ich bewundernswert, solange man seine Mitmenschen nicht vollkommen vergisst.

Du bist für dich selbst verantwortlich

Die meisten von uns vergessen aber, dass wir selbst unser Glückes Schmied sind undn icht „die anderen“. Wenn wir nicht die Dinge tun, die wir tun müssen, um glücklich und erfolgreich zu sein, nur weil uns die Meinung anderer so wichtig ist, dann blockieren wir uns selbst. Das habe ich damals in der Schule mehr als genug miterlebt. Privat konnte ich mich in meiner Persönlichkeit ausleben, doch beim Thema Schule hemmte mich meine Angst extrem. Deswegen habe ich mein Potenzial nie ganz entfaltet.

Vor allem in den letzten Monaten ist mir mehr und mehr bewusst geworden, wie wichtig es ist, selbst die Zügel in die Hand zu nehmen und einfach mal zu machen, ohne sich darum zu scheren, was andere davon halten könnten:

Du hast eine Idee und willst ein Unternehmen gründen? Dann krieg‘ deinen Arsch hoch und mach es. Du willst dir ein Tattoo stechen lassen? Warum auch nicht. In ein paar Jahrzehnten werden fast alle unserer Kumpels im Altenheim tättoowiert sein. Du willst alleine eine Reise machen? Ja, warum auch nicht? Jeder muss seine eigenen Erfahrungen im Leben machen, um weiter zu kommen, sein eigenes Lehrgeld dafür bezahlen.

Menschen im Leben kommen und gehen, und wenn sie einen ablehnen wegen der Dinge, die man tut, dann sind sie einfach nicht diejenigen, die man in seinem Leben haben sollte. Wenn du die Dinge tust, die für dich richtig sind, ziehst du auch die Menschen an, die für dich richtig sind.

Das klingt im ersten Moment einfach, aber selbst ich weiß, dass es das nicht zwingend ist. Ich selbst werde nie jemand sein, der anderer Leute Meinungen einfach ausblenden kann, aber ich kann mir nach und nach Teile von mir zurückerobern und die konstruktive Kritik, die ich auf meinem Weg bekomme, nutzen um weiter zu wachsen.

Auf die innere Stimme hören

Es ist kein Neujahrsvorsatz, den ich erst 2018 umsetzen will, sondern mit sofortiger Wirkung: Ich will tiefer in mich hineinhorchen und herausfinden, was ich will. Was ich tun muss, um glücklich zu sein und danach zu handeln, auch wenn nicht alle meiner Mitmenschen das verstehen.

Ich kann mich einfach nur wiederholen: Wir sind unseres Glückes Schmied und wenn wir nicht endlich die Verantwortung dafür übernehmen, dann wird das niemand tun.  Mach dich frei von deinen Ängsten und nimm‘ dein Leben selbst in die Hand – nicht für andere, sondern für dich.