Du bist deines Glückes Schmied

rachel-davis-50328

Als Jugendliche habe ich viel Zeit dafür aufgewendet, unangepasst zu sein. Ich habe mir mein Lippenpiercing stechen lassen, die Haare schwarz gefärbt – überhaupt war da sehr viel schwarz involviert – und Musik angehört, die außer mir keiner mochte. Es ging mir nicht primär darum, ein Ehrenmitglied im „Special-Snowflakes-Club“ zu werden, sondern ich fand es schön, in meiner eigenen Welt zu leben und einfach nur das zu tun, was mir gerade Spaß macht. Dass die meisten meiner Klassenkameraden damit nichts anfangen konnten, kümmerte mich nicht und auch dass ich mich dadurch in gewisser Weise von ihnen distanzierte.

So hundertprozentig egal war es mir dennoch nicht, was sie über mich dachten; zumindest, was den Unterricht angeht. Ich war schweigsam, aus Angst, mich mit falschen Antworten zu blamieren und das hat mir meine Abitur-Note am Ende etwas zerschossen. Und auch so habe ich mich selten in etwas eingemischt, auch wenn ich vielleicht anderer Meinung war als meine Klassenkameraden. Wirklich lösen konnte ich mich von ihrer Meinung also nie.

Das ist ein Zwiespalt, den wohl die meisten Leute mit sich ausfechten müssen. Auf der einen Seite möchte man sich abheben und sein eigenes Ding durchziehen. Auf der anderen Seite möchte man aber auch anerkannt und gemocht (oder wenigstens nicht abgelehnt) werden. Die wenigsten Leute, die ich kenne, scheißen – auf gut Deutsch gesagt – wirklich auf das, was andere über sie sagen. Diese Kompromisslosigkeit finde ich bewundernswert, solange man seine Mitmenschen nicht vollkommen vergisst.

Du bist für dich selbst verantwortlich

Die meisten von uns vergessen aber, dass wir selbst unser Glückes Schmied sind undn icht „die anderen“. Wenn wir nicht die Dinge tun, die wir tun müssen, um glücklich und erfolgreich zu sein, nur weil uns die Meinung anderer so wichtig ist, dann blockieren wir uns selbst. Das habe ich damals in der Schule mehr als genug miterlebt. Privat konnte ich mich in meiner Persönlichkeit ausleben, doch beim Thema Schule hemmte mich meine Angst extrem. Deswegen habe ich mein Potenzial nie ganz entfaltet.

Vor allem in den letzten Monaten ist mir mehr und mehr bewusst geworden, wie wichtig es ist, selbst die Zügel in die Hand zu nehmen und einfach mal zu machen, ohne sich darum zu scheren, was andere davon halten könnten:

Du hast eine Idee und willst ein Unternehmen gründen? Dann krieg‘ deinen Arsch hoch und mach es. Du willst dir ein Tattoo stechen lassen? Warum auch nicht. In ein paar Jahrzehnten werden fast alle unserer Kumpels im Altenheim tättoowiert sein. Du willst alleine eine Reise machen? Ja, warum auch nicht? Jeder muss seine eigenen Erfahrungen im Leben machen, um weiter zu kommen, sein eigenes Lehrgeld dafür bezahlen.

Menschen im Leben kommen und gehen, und wenn sie einen ablehnen wegen der Dinge, die man tut, dann sind sie einfach nicht diejenigen, die man in seinem Leben haben sollte. Wenn du die Dinge tust, die für dich richtig sind, ziehst du auch die Menschen an, die für dich richtig sind.

Das klingt im ersten Moment einfach, aber selbst ich weiß, dass es das nicht zwingend ist. Ich selbst werde nie jemand sein, der anderer Leute Meinungen einfach ausblenden kann, aber ich kann mir nach und nach Teile von mir zurückerobern und die konstruktive Kritik, die ich auf meinem Weg bekomme, nutzen um weiter zu wachsen.

Auf die innere Stimme hören

Es ist kein Neujahrsvorsatz, den ich erst 2018 umsetzen will, sondern mit sofortiger Wirkung: Ich will tiefer in mich hineinhorchen und herausfinden, was ich will. Was ich tun muss, um glücklich zu sein und danach zu handeln, auch wenn nicht alle meiner Mitmenschen das verstehen.

Ich kann mich einfach nur wiederholen: Wir sind unseres Glückes Schmied und wenn wir nicht endlich die Verantwortung dafür übernehmen, dann wird das niemand tun.  Mach dich frei von deinen Ängsten und nimm‘ dein Leben selbst in die Hand – nicht für andere, sondern für dich.