Das größte Kompliment

PartyGestern war wieder ausrasten angesagt. In meinem Fall bedeutet das: Tanzen bis in die frühen Morgenstunden ohne mich darum zu kümmern, was andere Leute davon halten könnten. Ich hatte vor ein paar Monaten schon mal darüber geschrieben, dass es mir nicht liegt, einfach nur mit dem Drink in der Hand rumzustehen und ein bisschen mit dem Arsch zu wackeln, weil es „sexy“ aussieht.

Genau so wenig liegt es mir, zu Musik zu tanzen, die mir nicht gefällt. Wenn ich in einer größeren Gruppe unterwegs bin, wechsle ich dann auch schon mal einfach den Floor – unabhängig davon, ob jemand mitkommt oder nicht. Das Leben ist zu kurz für schlechte Musik! Dementsprechend unbeschwert und ausgelassen habe ich den Abend, bzw. die Nacht, verbracht. Und ehrlich gesagt: Ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß beim tanzen wie gestern.

Mein persönliches Highlight ereignete sich aber erst, als die Party für mich eigentlich schon vorbei war: Ich hatte mich gerade am Ausgang angestellt, um meine Zeche zu zahlen, als ein Kerl auf mich zukam. Normalerweise bin ich solchen Momenten eher stutzig bis misstrauisch, weil in der Regel nichts vernünftiges rauskommt, doch ich wurde eines besseren belehrt.

Er legte mir die Hand auf die Schulter und sagte mir wie toll er es fand, dass ich einfach mein Ding durchgezogen habe. Er fand es gut, dass ich: „alleine gekommen bin und alleine wieder gehe“ und trotzdem so viel Spaß hatte. Dass ich mich nicht von irgendwem abschleppen lassen musste, um eine geile Zeit zu haben. Ich musste ihn erstmal dahingehend korrigieren, dass ich nicht alleine gewesen bin, aber irgendwo hatte er schon Recht: selbst wenn ich mit anderen unterwegs bin, feiere ich meistens doch eher für mich.

Diese kurze Unterhaltung, dieses Kompliment, war das größte, was man mir seit langem gemacht hat. Natürlich ist es nett, wenn jemand einem sagt, dass man schöne Augen hat oder gut aussieht, aber meistens gebe ich da trotzdem nicht besonders viel drauf, weil es mir einfach nicht wichtig ist. Selbst an Abenden wie diesen, wo selbst ich mich zumindest ein wenig aufbretzle, denn ich mache das ja nicht, damit die Männerwelt mir Honig ums Maul schmiert, sondern weil ich gerade Lust darauf habe.

Er hat mich auch nicht auf eine Art bewundert, die suggeriert hätte, dass er irgendeine Gegenleistung  verlangt. Er wollte mich nicht anbaggern. Nur ein paar nette, spontane Worte von einem Mensch zum anderen. Es waren die pure Ehrlichkeit und die Tatsache, dass er mir zu meiner Persönlichkeit und meiner Art ein Kompliment gemacht hat, die mich in dem Moment berührt haben. Und das in dem Moment, in dem ich am wenigsten damit gerechnet habe.

Ich habe mich bei ihm bedankt und ihm noch einen wunderbaren restlichen Abend gewünscht. Das Grinsen auf meinem Gesicht während des Heimwegs hätte nicht größer sein können. Das sind die Augenblicke, die für mich beim Feiern größer und besser sind, als am Ende mit irgendeinem Typen in der Kiste zu landen, den ich danach sowieso nie wieder sehen will. Diese flüchtigen, zwischenmenschlichen Momente, die mir zeigen: Ich bin vielleicht ein bisschen bekloppt mit einem Hang zur Schrulligkeit, aber das ist auch gut so. Alles andere wäre einfach nur langweilig.

Das Leben ist zu kurz, um es nach den Vorstellungen anderer zu leben, in der Hoffnung, dass sie einen dafür loben. Viel lieber lebe ich es auf meine Art. Ich will dafür keine „Komplimente“, aber wenn ich sie bekomme und sie so ehrlich und real sind, dann sind sie mir 100 mal so viel wert wie irgendeine halbgare Floskel.

Wie füllt man einen Sonntag?

Sonntag

Ist der Sonntag nicht ein komischer Tag? Ja, er gehört zum Wochenende dazu, aber irgendwie hängt man mit seinen Gedanken meistens schon beim Montag. Das verpasst dem Wochenend-Gefühl einen ziemlich gemeinen Dämpfer. Dazu kommt dann noch die Tatsache, dass der Sonntag einen augenscheinlich zum Nichtstun verdammt: Die Geschäfte haben geschlossen. Die öffentlichen Verkehrsmittel fahren meistens auch nicht so ideal, wie unter der Woche (aber wo will man auch hin, wenn nichts auf hat?) und überhaupt ist der ganze Tag häufig von dieser merkwürdigen Aura umgeben:

Man macht kaum was und trotzdem ist der Sonntag schneller vorbei als man gucken kann. Das war’s dann schon wieder mit dem Wochenende.

Obwohl ich persönlich das Nichtstun ja gerne als Hobby bezeichne, kann selbst ich nicht nur den ganzen Tag abhängen und in die Röhre gucken. Im Idealfall versuche ich mit dem, was möglich ist, das Beste aus diesem Tag zu machen:

Zum Pflanzencenter fahren. Ich weiß nicht, wer sich das ausgedacht hat, dass einige große Pflanzencenter Sonntags geöffnet haben, aber diese Person hat einen Orden verdient. Für mich ist das dort gefährlicher als bei IKEA. Ich liebe es, durch die großen Hallen zu spazieren und mir all die schönen Pflanzen anzusehen, neue Kräuter für meinen Fenstersims auszusuchen und mich danach zu Hause mit einem neuen Stück Natur zu umgeben. Für mich ist das zweifellos einer der Höhepunkte eines perfekten Sonntags.

Spazieren gehen. Wenn ich nicht mein Geld im Pflanzencenter auf dem Kopf haue, nutze ich die freien Stunden auch gerne, um an die frische Luft zu gehen (soll ja angeblich gesund sein, ne?). Selbst wenn es nur für eine halbe Stunde ist. Entweder nehme ich die Hunde mit ins Feld, wenn ich bei meinen Eltern bin, oder ich suche mir einen spannenden Podcast raus und mache einen Zug durch die Gemeinde. Vor allem, wenn sich innerhalb der Woche viele Gedanken angesammlt haben, ist das für mich eine gute Möglichkeit, um den Kopf wieder frei zu kriegen.

Kochen. Letztes Jahr habe ich mir einen Slow Cooker gegönnt. Dieses Ding ist der Wahnsinn und das Essen damit ein Gedicht! Mit einem Nachteil: Die Gerichte darin brauchen alle etwas länger – länger im Sinne von: 3-6 Stunden. Deshalb ist der Sonntag der perfekte Tag, um Gerichte zu kochen, für die ich unter der Woche keine Zeit habe. Dazu gehören gerade in der kalten Jahreszeit Eintöpfe und herzhafte Currys. Und das beste daran: Ich habe gleich für mehrere Tage vorgesorgt.

Schreiben. Mittlerweile habe ich eine mehr oder weniger erfolgreiche Routine entwickelt, was das Schreiben von kleinen Texten für diesen Blog angeht. Häufig setze ich mich Abends nach der Arbeit noch hin und schreibe, aber an sich ist der Sonntag der perfekte Tag dafür: Keine Verpflichtungen, keine Termine und viel Zeit, die gefüllt werden muss. Wenn ich in den Tagen davor Notizen mit Ideen gesammelt habe, können die nun endlich niedergeschrieben werden. Oder ich folge einer spontanen Eingebung, so wie heute.

Aufräumen/Ausmisten. Obwohl ich natürlich nichts gegen eine saubere, aufgeräumte Wohnung habe, tendiere ich sehr häufig dazu, sie mit als erstes zu vernachlässigen, wenn ich mich ein bisschen ausgebrannt fühle. Da muss irgendwann nachgeholt werden. Weil mir der Sonntag genug Zeit und Muße gibt, eignet er sich nicht nur perfekt zum Putzen, sondern vor allem auch dazu, endlich mal durch die Schränke und Regale zu wühlen und all das Zeug auszusortieren, das ich nicht mehr brauche. Clear space, clear mind.

Yoga/Sport. Im Januar habe ich die 30-Tage-Yoga-Challenge von Yoga mit Adriene gemacht. Sie gibt mir jedes Mal die Möglichkeit, positiv in das neue Jahr zu starten. Überhaupt ist Yoga für mich neben Pilates eine ieale Art der Bewegung  ohne lästiges Herumhüpfen und an einem schönen Sonntagvormittag kann ich mir dafür auch ordentlich Zeit nehmen. Da werden es statt den üblichen 30-40 Minuten gerne 60 und mehr.

Museen/Kultur. Ich bin ja schon ein kleiner Museumsfutzi. Vor allem, wenn es um Kunstmuseen geht und wenn die Besichtigung einer Burg oder eines Schlosses ansteht, bin ich direkt in der ersten Reihe. Und wann macht man sowas schon, wenn nicht an einem Sonntag?

Während ich diese kleine Liste geschrieben habe, ist mir eine Sache über diesen Wochentag bewusst geworden: Wenn uns der Sonntag eines gibt, dann ist es Zeit. In einem meiner letzten Beiträge habe ich über die Wichtigkeit von Zeit gesprochen und wie oft wir sie vertrödeln. Gerade der Sonntag wird zumindest bei mir allzu oft verschwendet, gerade weil er mir so viel Zeit gibt.

Die Aktivitäten, die ich aufgelistet habe, sind weiß Gott nichts neues. Ich hatte nicht vor, das Rad der Sonntags-Aktivitäten neu zu erfinden, doch manchmal hilft es schon, sich die ganz einfachen Dinge ins Leben zu rufen, die man machen kann, bevor man sich schon wieder einen ganzen Tag der vermeintlichen Langeweile hingibt. Denn mal ehrlich: selbst wenn man nur 2 oder sogar 3 von diesen Dingen schafft, ist der Tag doch gar nicht mal so übel, oder?

Anfang des Jahres konnte ich mich mit dem Sonntag ja noch nicht besonders anfreunden. Aber ich glaube, ich bin damit auf dem Weg Besserung – auch ohne Jahresvorsätze.

Immer wieder Sonntags

cozy Sonntag

Der Sonntag ist wieder da – der Tag der Woche, dem ich immer wieder aufs neue mit der größten Ambivalenz gegenüber stehe. Auf der einen Seite ist er Teil des lang ersehnten Wochenendes. Man kann lange schlafen, den ganzen Tag entspannt auf der Couch verbringen und Serien gucken und es sich gut gehen lassen. Manchmal ist er aber auch einfach nur als Erholung vom Samstag bitter nötig. Wie auch immer man den Sonntag nutzt, missen will ihn vermutlich keiner.

Und doch ist da immer dieser eine Wermutstropfen: Es ist der Tag vor dem Montag.

Für einen Mensch wie mich, dem es schwer fällt, im Jetzt zu leben und der stattdessen viel Zeit in der Vergangenheit und der Zukunft verbringt, ist das ein Fluch. Und für mich geht das meistens schon Freitags los: Es mag ein wenig verrückt sein, aber ich denke schon am Freitagabend, dass das Wochenende eigentlich fast vorbei ist, weil ich eigentlich nur den Samstag habe, den ich wirklich unbeschwert verbringen kann (und das eigentlich auch nur mit Einschränkung, weil ich hin und wieder an den Sonntag denke).

Wo ist mein Wochenende?

Am Sonntag bin ich gedanklich schon wieder in der neuen Woche, bei den To-Do’s auf der Arbeit und all den anderen Dingen, die ich ab Montag machen muss. Die Zeit an diesem Tag scheint förmlich zu rennen ohne dass ich sie voll ausschöpfen kann und ehe ich mich versehe, ist es schon wieder Zeit, um ins Bett zu gehen, denn am Montag muss man ja wieder früh aufstehen. Gedanklich habe ich also eigentlich nur einen Tag Wochenende. Dieser Teufelskreis zerschießt mir das ganze Wochenende.

„Sunday Mood“ ist bei mir die meiste Zeit für’n Arsch.

Die Feiertage mit den kurzen Arbeitswochen haben einen natürlich sehr verwöhnt, aber es war schon ein schönes Gefühl diese Woche nur 4 Tage arbeiten zu gehen – obwohl mir diese Woche skurrilerweise genau so lang vorkam, wie eine normale Arbeitswoche. Nur konnte ich das lange Wochenende auch nur beschränkt genießen, weil ich direkt daran denken musste, dass das nächste wieder nur 2 Tage hat und dann auch die Arbeitswochen wieder 5 Tage haben werden.

Lange Rede, kurzer Sinn

Ich habe (bzw. mein Kopf hat) ein riesiges Problem damit, nicht ständig abzuschweifen und einfach nur den Moment oder den Tag zu leben, der gerade ist. Ich kann nicht einfach nur sein. Und dabei gibt es auch noch folgende kleine Gemeinheit: Selbst wenn ich schon heute an die Dinge denke,die ich morgen zu tun habe, kann ich sie noch nicht beeinflussen. Ich kann noch nichts tun. Ich erreiche also absolut gar nichts, wenn ich mir jetzt schon den Kopf zerbreche, außer dass ich mir selber den Tag versaue.

Ich bewundere wirklich Menschen, die diese Denkmaschine einfach mal für die einzigen freien Tage der Woche abstellen können. Die nicht schon im Voraus anfangen, die To-Do-Liste der kommenden Woche im Kopf durchzugrübeln, sondern die Zeit voll ausnutzen, die sie in diesem Moment haben.

Deshalb, obwohl ich eigentlich kein großer Freund von Neujahresvorsätzen bin, möchte ich mir für 2018 gerne vornehmen, mehr im Jetzt zu leben. Ich möchte mich weniger von Dingen beeinflussen lassen, die ich nicht mehr oder noch nicht beeinflussen kann und die deshalb im Grunde nur stören.

Für Tipps, wie man das anstellt, bin ich sehr dankbar, also immer her damit!

 

Saturday Night Fever

Tanzen

Der Samstag ist nicht erst seit den Zeiten von „Saturday Night Fever“ mit John Travolta der Tag, an dem traditionell die Sau raus gelassen wird. Es hat fast schon etwas ritualisiertes an sich, wenn man sich für den Abend her richtet und dann mit seinen Freunden in die Nacht hinauszieht, um einfach nur Spaß zu haben. In den seltensten Fällen wird darüber nachgedacht, wie es einem am Tag danach gehen könnte, aber darum geht es auch nicht. Was zählt, ist der Moment.

So ging es auch mir am letzten Samstag, als es mich mit ein paar Freunden erst in die Bar unseres Vertrauens und dann in den Club gezogen hat. Dabei sollte ich jetzt direkt schon vorausschicken, dass ich, verglichen mit anderen Leuten, einen anderen Ansatz verfolge, wenn es um das Thema Ausgehen geht. Viele wollen nämlich nicht nur Spaß haben im Sinne von Tanzen und Trinken, sondern sie wollen Leute kennenlernen – allen voran potenzielle Partner für Paarungszwecke.

Wenn ich aber sage: „Ich gehe heute Tanzen.“ dann meine ich das auch wirklich genau so. Das heißt nicht, dass ich nicht offen dafür wäre, mich auf jemanden einzulassen, wenn ich mich genug für ihn interessiere, aber es wäre nur das Beiwerk. Mein primäres Ziel ist es einfach nur abzupacken und meine Lieblingslieder schief mitzugrölen.

Spaß (fast) ohne Rücksicht auf Verluste

Dabei nehme ich keine Rücksicht darauf, wie das auf andere wirken könnte oder ob die Art wie ich tanze sexy aussieht. Ich würde meinen Stil sowieso eher als eine Art psychedelischen bis spastischen Ausdruckstanz beschreiben. Wie das in der Realität aussieht, kann sich jeder selbst vorstellen. Wenn viel Herumgefuchtel mit den Armen und Herumgehoppse dabei ist, wird es schon passen.

Jedenfalls führt dieser Stil auch dazu, dass ich eigentlich nie mitten auf der Tanzfläche unterwegs bin. Ich habe noch nie verstanden, warum alle sich konsequent darauf konzentrieren, auf der Mitte der Fläche zu tanzen. Gut, man wird dort vielleicht am ehesten beachtet, aber wie soll man sich da anständig bewegen? Ich müsste dort jedes Mal Angst haben, dass ich harmlosen Zivilisten meine Arme ins Gesicht klatsche oder ihnen auf die Füße trete.

Dann nehme ich doch lieber mit den Ecken vorlieb, wo weniger los ist, ich mich aber wenigstens frei bewegen kann. Wenn schon, denn schon. Ich will am Ende nicht diejenige sein, die nahezu bewegungsunfähig in einem Pool aus schwitzenden Menschen eingezwängt ist, wenn „Come on Eileen“ oder „Dancing with Myself“ ertönt.

Zu zweit Tanzen – mein Antichrist?

Für mich ist ein Abend dementsprechend dann erfolgreich gelaufen, wenn meine Stimme heiser vom singen ist und meine Beine weh tun, weil so viele tanzbare Lieder gespielt wurden. Es macht mich unglaublich glücklich, weil ich mal alles rauslassen konnte, was sich über die Woche hinweg angestaut hat und es mir in dem Moment egal ist, was andere über mich denken. Das Tüpfelchen auf dem i ist ein Muskelkater in den Waden am nächsten Tag.

All das ist für mich generell mehr wert, als irgendwann knutschend mit irgendeinem Kerl in der Ecke zu stehen, den ich wahrscheinlich nie wiedersehe, weil er doch nicht Cary Grant ist. Noch schlimmer wird es, wenn es darum geht, zusammen zu tanzen. Ich kann es nicht. Ich kann mich nicht anständig bewegen, wenn ich zu sehr auf andere achten und auch noch mit ihnen interagieren muss.

Da verliere ich jegliches Gefühl für Rhythmus und meinen Körper – eine Erfahrung, die ich anderen und mir selbst am liebsten erspare. Tanzen sollte eine Möglichkeit sein, um sich frei zu fühlen und sich selbst auszudrücken und nicht, um sich selbst zu kasteien, nur um jemand anderem zu gefallen.

Dance like nobody is watching and be proud of it!

Scheiß‘ auf das, was andere über dich denken könnten, wenn du tanzt. Scheiß‘ darauf, wie es aussehen könnte. Wichtig ist, wie es sich für dich anfühlt und wenn die Musik dir Impulse gibt, dann folge ihnen, auch wenn es vielleicht doof aussieht. Am Ende der Nacht erinnert sich fast niemand mehr daran und das hat auch etwas herrliches an sich.

Vor ein paar Wochen gab es tatsächlich den Moment, als ich mich hingesetzt habe, um eine Pause vom Tanzen zu machen, als ein Mädel auf mich zukam und mir sagte, dass sie mir schon die ganze Zeit zugesehen hatte und mir einfach mal sagen wollte, wie sehr ihr mein Tanzstil gefiel. Ich war so perplex, dass ich kaum ein Wort rausbekommen habe, habe mich aber unheimlich darüber gefreut. Für meine verrückte Art von einer Person ein wenig gefeiert zu werden, war und ist mehr wert, als die Blicke von 50 Typen, die nur dann reagiert hätten, wenn ich im Minirock ein bisschen mit dem Arsch gewackelt und das Haar lasziv über die Schulter geworfen hätte.

Ich hätte ihr gerne noch ein Kompliment für ihren tollen Zylinder gemacht (es war Halloween), aber ich war einfach noch in einem Zustand der positiven Schockstarre.

Ein solches Kompliment blieb am letzten Samstag aus, doch meine Stimmung hätte trotzdem nicht besser sein können, als ich heiser und leise „Africa“ von Toto summend nach Hause gestiefelt bin. Nach der Hitze und dem Trubel im Club gab es nichts besseres, als mich wieder der Ruhe hinzugeben und mich über mein eigentlich ganz schönes Leben zu freuen.

Rock on, Freunde der Nacht und bis zum nächsten Wochenende!